CD-Kritiken

Neujahrskonzert 2014 – 20. Geburtstag der Heidelberger Sinfoniker live!

Heiterer Mitschnitt

Thomas Fey, der umtriebige, inzwischen vielfach preisgekrönte Harnoncourt-Schüler, kann es sich fraglos leisten, zum 20. Geburtstag seiner "Heidelberger Sinfoniker" deren Neujahrskonzert 2014 per Live-Mitschnitt auf CD zu bannen. Fey ist in der Wiener Klassik zu Hause und hat eine ausgesprochen glückliche Hand für die vielen Tempowechsel und Übergänge beim Walzerkönig Johann Strauß, der mit Walzern und Polkas reichlich vertreten ist.

Beim einleitenden Walzer "Wein, Weib und Gesang", der auch als Titel über der CD steht, kommen die Vorzüge des Orchesterchefs ebenso zutage wie seine Vorliebe für gewaltig donnerndes Schlagwerk und schmetternde Trompeten. Eva Lebherz-Valentin (Sopran), Esther Valentin (Mezzo) und Matthias Horn (Bariton) sorgen für vokale Auflockerung. Die Champagner-Arie des Don Giovanni (Horn) gerät ein wenig rau, aber herzlich, das "La ci darem"-Duett aus "Don Giovanni" (Lebherz-Valentin/Horn) und die Habanera aus "Carmen" ernten zu Recht reichen Beifall.

Den bemerkenswert hohen Standard der Heidelberger Sinfoniker demonstrieren sowohl die eher "gala"-kompatiblen Werke wie das fetzige Vorspiel zum 1. Akt von Bizets "Carmen" und der noch fetzigere "Radetzky-Marsch" als auch die ein wenig aus dem Rahmen fallenden, großartig musizierten Ouvertüren zu Mozarts "Don Giovanni" und Richard Wagners "Meistersingern".

Dass sich im Zugabenteil des Konzerts gegen Ende der Aufnahme auch noch der gut gelaunte Moderator Stefan Müller-Ruppert zu Wort meldet, unterstreicht den Live-Charakter des heiteren Mitschnitts.

W.B. Mannheimer Morgen, 4. Juni 2014

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 21 - Herbst 2013

Auszeichnung: CD des Monats (www.musicweb-international.com)

Haydn ohne Zopf

Seit 15 Jahren schon feilt der deutsche Dirigent Thomas Fey mit seinen Heidelberger Sinfonikern an seinem grossen Haydn-Projekt, und jetzt hat er, in Folge 21, erst gut die Hälfte des riesigen Konvoluts eingespielt. Sein Ziel sei es „Papa Haydn den Zopf abzuschneiden, den ihm das 19. und 20. Jahrhundert haben wachsen lassen“, schreibt Fey im Booklet, „und dem Hörer den grossen Experimentator Haydn mit all der Kühnheit und Schönheit seiner affektgeladenen Kontrast-Musik bekannt zu machen.“ So verfolgt der vormalige Harnoncourt-Schüler von Anfang an einen historisch orientierten Interpretationsansatz, der heutigen Hörern mit zügigen Tempi und kontrastreicher Dynamik die unverbrauchte Modernität Haydns vermitteln will. Dieser Grundzug von pulsierender Frische, trockener Prägnanz und unbefangener Spiellaune prägt auch die aktuelle Folge mit den späten Londoner Sinfonien Nr. 99 und Nr. 100, wobei Fey aber auch die wachsende Melancholie und die allmählich sich ausbreitende Abschiedsstimmung des altersweisen Haydn durchschimmern lässt. Trotzdem gerät ihm der brutale Einbruch von Kriegsrealität im zärtlichen Allegretto der „Militärsinfonie“ zu verhalten, so dass Haydns klare anti-militaristische Haltung hier im fröhlichen Janitscharen-Lärm etwas verpufft. Aber das ist nur ein Wermutstropfen in diesem sonst sehr spannungsreichen und schwungvollen Haydn-Plädoyer.

Attila Csampai für „Musik und Theater“ (CH), Ausgabe Jan./Feb. 2014

Die Bescheidenheit täuscht: Kein spätberufener Altersdussel war Haydn, als er nach knapp dreißig Jahren in abgeschiedenem Fürstendienst überwältigt den Jubel des weltstädtischen Londoner Konzertpublikums entgegen nahm. Die Beschäftigung mit den Partituren seiner zwölf Londoner Sinfonien offenbart, wie kühl der sprachlich kaum des Englischen mächtige Musiker das Publikum in seiner Weltsprache durch präzise gesetzte Wirkungen und Effekte, durch Hörerwartungen und ihre spielerische Enttäuschung zu lenken verstand. Auf der Zielgerade angekommen sind auch Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker mit der 21. Folge ihrer Gesamtaufnahme der Haydn-Sinfonien. Und wieder erweist sich Harnoncourt-Adept Fey als treuer Gefolgsmann seines Lehrers in dieser Gegenüberstellung von "alla turca"-Säbel rasselnden Werken, der Sinfonie Nr. 100 und der Ouvertüre von "L'incontro improvviso". Dem rhetorischen Gehalt der Werke trägt Fey lustvoll Rechnung in grellen Beleuchtungswechseln und spannender, sprechender Phrasierung.

Rondo – Das Klassik&Jazz Magazin, 26.10.2013

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 20 - August 2013

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ein Dirigierstudent an einer Musikhochschule ist unzufrieden mit dem Lehrplan, er leidet unter zu viel Theorie in der Ausbildung und zu wenig Praxis. Aber er beklagt sich darüber nicht, sondern fragt einige Kommilitonen aus den Streicher- und Bläserklassen, ob sie Lust haben, sich von ihm längerfristig dirigieren zu lassen. So ist es um 1990 herum an der Musikhochschule Mannheim-Heidelberg geschehen, der ehrgeizige Dirigierstudent war Thomas Fey.

Im Laufe der 90er-Jahre etablierte sich das Orchester dann am Markt, vor allem mit Musik der Wiener Klassik und Frühromantik, ganz im Geist einer historisch-informierten Aufführungspraxis. Seit einigen Jahren verfolgen die Musiker das ambitionierte Ziel, sämtliche Haydn-Sinfonien auf CD einzuspielen. Und diese Edition hat wirklich eingeschlagen, die Kritikerstimmen sind voll überschwänglichen Lobes. Diese CD ist von einer frischen Herangehensweise beherrscht, sehr kontrastreich musiziert und es gibt Tempi, die man bei Haydn so noch nicht gehört hat. Das ist aber absolut keine Effekthascherei, sondern ein insgesamt schlüssiges Konzept, das Thomas Fey auch auf dieser nun zwanzigsten CD seiner Haydn-Edition verfolgt.

Claus Fischer, MDR Figaro „Take 5“, CD-Empfehlung vom 16.09.2013

 

Haydn und sein Bauchladen

Die hohe Erwartung an die neue Folge im Rahmen der Haydn-Gesamteinspielung durch die Heidelberger Sinfoniker wird mit einer musikalisch hervorragenden, mustergültigen Aufnahme vollauf bestätigt.

Mit seinen schrägen Phrasenbildungen, seinen kontrapunktischen Miniatur-Imitaten und den vorzüglich behandelten »blasenden Instrumenten« schlägt Haydn »seinen Bauchladen« auf, so eine Charakterisierung der Sinfonie Nr. 25 in C-Dur von Joseph Haydn im Beihefttext der vorliegenden Aufnahme. Die Werkeinführung von Eckhardt van den Hoogen vermag in sehr illustrativer und gleichzeitig ansprechender Diktion einen ersten Eindruck der vielfältigen Kompositionsweise Haydns zu bieten, welcher durch die vorliegende Interpretation von drei Sinfonien des Komponisten durch die Heidelberger Sinfoniker unter der Leitung von Thomas Fey eindeutig bestätigt werden kann.

Die Gesamteinspielung der Sinfonien Haydns durch die Heidelberger Sinfoniker bei Hänssler Classic geht mit vorliegender Aufnahme bereits in die zwanzigste Folge. Die Erwartung an die Leistung des Orchesters ist hoch, setzen die bisherigen durchweg erfolgreichen Haydn-Einspielungen doch eine hohe Messlatte. Wie in den bereits veröffentlichten Folgen besticht auch hier die Interpretation aufgrund der klanglich gelungenen Kombination historischer Blechblasinstrumente und Pauken mit modernen Streich- und Holzblasinstrumenten. Die klaren musikalischen Vorstellungen des Dirigenten Thomas Fey werden im höchst präzisen Spiel insbesondere der Streicher in den Sinfonien Nr. 43, 25 und 36 deutlich. Einfühlsam und niemals den schönen musikalischen Fluss unterbrechend erklingen die ungewöhnlichen Solostimmen (Violino principale und Violoncello solo) im »Adagio« der Sinfonie Nr. 36.

Vor allem aber in den schnelleren Sätzen zeichnet sich Feys Zugang durch Unnachgiebigkeit, Forcierung und Gefühl für musikalische Linien und deren Wirkung aus. Es ist erstaunlich, wie gut Fey die angemessene Dosierung musikalischer Mittel gelingt. Die häufig markant genommenen Rhythmen und die spieltechnische Präzision der Musiker wirken an keiner Stelle mechanisch oder objektivierend, sondern lassen gleichzeitig immer noch Raum für Individualität und Spontaneität. Das hohe spieltechnische und musikalische Niveau des idiomatisch agierenden und im Bereich der Klassik erfahrenen Orchesters garantiert in der selbstbewussten und entschlossenen Interpretation des finalen »Allegro« der Sinfonie Nr. 43 mit dem (inoffiziellen) Beinamen »Merkur« ein Höchstmaß ansteckender Energie.

Mit akribisch genauem, hervorragendem Zusammenspiel der Musiker und straffer Energie gelingt auch mit dieser Folge der Haydn-Gesamteinspielung eine absolut empfehlenswerte, tadellose und vorbildliche Aufnahme, die ihresgleichen sucht.

Marion Beyer, klassik.com (30.08.2013)

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 19 - Frühjahr 2013

Sinfonien mit Witz

Man sollte häufiger Haydn hören. Zum Beispiel Vol. 19 der Sinfonien, die Thomas Fey mit den Heidelberger Sinfonikern alle einspielt. Die Produktion ist eine durch und durch kluge Angelegenheit. Nicht nur die Interpretation, auch die begleitenden Texte im Booklet zeigen: Joseph Haydn, das ist Musik für Erwachsene, frei nach Johann Jakob Winkelmanns Formel von der edlen Einfalt und stillen Größe.

Es gibt nur wenige Komponisten, die formale Sicherheit so mit Witz verbinden wie Haydn – wobei das Wort Witz durchaus auch in seiner alten Bedeutung im Sinne von Intelligenz verstanden werden kann. Nur sollten seine sorgfältig austarierten Kompositionen genauso sorgfältig aufgeführt werden. Doch da sind die Sinfonien 26, 27 und 42 in den besten Händen. Thomas Fey führt seine Musiker mit dem freudigen Respekt, den diese Musik zum Erblühen braucht. In jeder Hinsicht: ein klassisches Meisterwerk. Und zum Glück gibt es noch mehr davon.

Hans Joerg Wagner, Stuttgarter Zeitung (16.04.2013)

Es ist ein monumentales Vorhaben, das Respekt abnötigt: Der junge Dirigent Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker spielen sämtliche Sinfonien Joseph Haydns ein. Auf der Wegstrecke der – je nach Zählung – mindestens 104 Werke haben sie nun mit den Nummern 26, 27 und 42 bereits die 19. CD vorgelegt. Das Ensemble musiziert, historisch informiert, mit altem Blechblas- aber modernem Streichinstrumentarium. Fey legt Wert auf romatische Akkuratesse (im Unterschied zu Antal Doratis „klassischer“ Ersteinspielung) und beweist selbst im Kleinen die große Meisterschaft des Komponisten – ein edler Genuss.

Thüringische Landeszeitung, (06.04.2013)

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 18 - November 2012

Auch auf Folge 18 ihrer Gesamteinspielung der Sinfonien Joseph Haydns rücken Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker nicht von ihrer von Beginn an eingeschlagenen Gangart ab, die vor allem jederzeit eine glänzende Durchhörbarkeit der jeweiligen Partitur garantiert.

Die Präzision und Souveränität, mit denen sie den Sinfonien Nr. 89 F-Dur und 102 B-Dur sowie der Sinfonia Concertante B-Dur (Hob.I:105) zu Leibe rücken, vereinen Detailgenauigkeit und einen wachen Sinn für die großen und sinnstiftenden Zusammenhänge. Dabei punktet die aktuelle Aufnahme erneut mit sauber ausbalancierten Instrumentengruppen, die vorzüglich aufeinander abgestimmt sind – wie auch die Soli und Tutti innerhalb der Sinfonia Concertante. Lustvoll, beweglich und spritzig ist Thomas Feys Herangehensweise, verzichtet größtenteils aber auf die Vehemenz vorangegangener Einspielungen, wenngleich man dann doch plötzlich wieder von dieser überrollt wird, beispielsweise in der Sinfonie Nr. 102 und hier besonders in dem Kehrausfinale mit seinen durcheinander wirbelnden (Kurz-)Motiven. Besonders die insgesamt recht spielerisch wirkende Sinfonie Nr. 89 mit ihrer einnehmenden Leichtigkeit, mit ihrem reizvoll federnden Kopfsatz, ihrem sanft wiegenden Siciliano-Andante inklusive dem leidenschaftlichen Mollzwischenteil, ihrem ein wenig nüchtern daherkommenden Menuett und ihrem eingängigen Rondofinale hätte für meinen Geschmack einen etwas energischeren Zugriff gut vertragen. Dass dieses Werk nicht den für Haydn so typischen Reichtum an Farben und überraschungen, an intellektuellen Schachzügen aufbietet, ist hinlänglich bekannt. Wer die F-Dur-Sinfonie deswegen aber als wenig gehaltvoll abqualifiziert, sollte sich erst einmal die vorliegende Aufnahme anhören; vielleicht kommt er dann zu einem anderen Urteil.

Wie bezwingend die Heidelberger unter der Stabführung Thomas Feys das Spielfreudige und Vitale ebenso beherrschen, wie das Lyrische, Elegante und Dramatische, davon zeugen die Einspielungen der Sinfonie Nr. 102 und der einem musikalischen Lustspiel voller geistreicher Dialoge gleichenden Sinfonia Conertante (letztere übrigens mit einem über jegliche Kritik erhabenen Solistenquartett). Und doch fehlt mir bei der gesamten Aufnahme etwas ganz Wesentliches, etwas, was sich Thomas Fey ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat (man lese seine Einführung im CD-Beiheft): Die Beredsamkeit der Tonsprache Haydns, insbesondere die kontrastierenden Affekte werden nicht so sehr herausgearbeitet als vielmehr dem Effekt geopfert. Dazu tragen auch die diskussionswürdigen Tempi bei, vor allem die bisweilen fragwürdige Tempobehandlung in Sachen accelerando und rallentando. Trotzdem: eine hÖrenswerte Haydn-Produktion.

Christof Jetzschke (30.11.2012)

As reported in many past reviews, Thomas Fey is the good-cop-bad-cop traffic director of Haydn symphonies. Some of his performances have been marvelous (No. 60 in C, “Il distratto”), some dreadful (I try to forget which ones). This disc is inconsistent more for its recorded sound than for Fey’s leadership. Symphony No. 89 gets a bright, juicy recording (from Internationale Naturhornakademie, Bad Dürkheim); this orchestra has seldom sounded so sweet and winning. The other works were recorded by the same team about a week earlier (all in May 2012) in the Gesellschaftshaus, Heidelberg-Pfaffengrund; but by comparison, the ensemble here sounds dull and distant.

The performance of No. 89 is also fresh and alive, if not as elegant as that by Dennis Russell Davies in Sony’s complete set. For once, Fey doesn’t race through a finale (Vivace assai) too rapidly for his troops to follow. I’ll give the nod to Fey, on the basis of the recorded sound. Ádám Fischer’s performance is very similar to Fey’s; recorded in the Haydnsaal of the Esterházy Palace in Eisenstadt, its sound is lovely but a touch too reverberant.
All three rebut this symphony’s reputation as one of Haydn’s lesser ones—how did that view ever get started?

Fey plays the Largo introduction of Symphony No. 102 at an appropriate speed, but in the Vivace body of the first movement his tempos are all over the lot. The orchestral execution is excellent, with fierce attacks appropriate for Haydn’s grandest symphony. Fey’s Adagio is very fast, the Menuetto even more so; the Trio is very slow, and Fey allows his first oboe to embellish during its repeat. The Presto finale races along as advertised. Despite Fey’s inconsistencies and my several nits, there is much excitement throughout the performance, which lives up to fine ones by Scherchen, Klemperer, Bernstein, and Colin Davis—whose Concertgebouw outplays every other ensemble, in a crisp, fast reading.

Something of the same may be said about the Sinfonia Concertante: Tempos are a bit unsteady, but the playing is adventurous, with Fey’s usual aggressive tuttis. The soloists—Woitek Garbowski, violin; Pirkko Langer, cello; Andrius Puskunigis, oboe; Michael Kaulartz, bassoon—don’t blend well (which is mostly Haydn’s fault for choosing these four instruments) and occasionally get out of sync, but they each play with a lively spirit and never hold back. The result is a wild and whacky performance, one most fitting for this charming late work. Russell Davies’s performance is better balanced and offers more consistent music-making, but those qualities are not essential here. All in all, this disc is one of the best of Fey’s Haydn symphony series. Reexamining the five volumes that I have kept, I see that they were recorded in many different venues. My advice to Fey, Hänssler Classics, and its engineering team: Get back to Bad Dürkheim, and stay there.

Fanfare Magazine Issue 36:4 (Mar/Apr 2013)

Joseph Haydn : Sinfonien Vol. 17 - Juni 2012

Der Komponist Joseph Haydn war ausgesprochen produktiv. So schuf er weit über 100 Sinfonien und prägte die sinfonische Form entscheidend. Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker legen hier die 17. Veröffentlichung ihrer Haydn-Gesamteinspielung vor.

Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker haben sich eine große Aufgabe vorgenommen, die CD-Kompletteinspielung eines der produktivsten klassischen Sinfoniker: Joseph Haydn (1732-1809). Der Komponist hat in seinem Leben weit über 100 Sinfonien geschaffen und war dabei einer der prägendsten Formgeber der klassischen Sinfonie. So prägte er durch seine Werke die lange Zeit übliche Aufteilung in vier Sätze oder die Sonatenhauptsatzform.

Frühe Sinfonien Haydns

Mittlerweile sind die Musiker um Thomas Fey bei der 17. Veröffentlichung ihrer Gesamteinspielung angekommen. Darauf gibt es frühe Sinfonien des Tonschöpfers zu hÖren, die 1., 4., 5. und 10. Sinfonie, geschaffen in den Jahren zwischen 1757 und1761. In ihnen zeigen sich die noch weniger verfestigte Gestaltungsformen der Gattung. So sind die auf dieser CD zu hörenden Sinfonien fast alle dreisätzig.

Hervorragendes Handwerk ohne Routine

Es ist spannend, zu hören, wie der spätere Meister und frühe Vollender der sinfonischen Form in seinen Frühwerken nach Ausdruck strebt. Haydn zeigt seine handwerkliche Kunst, die jedoch noch nicht so routiniert ist, wie in seinen späteren Werken. Die Aufnahme mit den Heidelberger Sinfonikern fühlt sich den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis verpflichtet. So sind die verwendeten Bläser historische Instrumente, was für eine authentische Beurteilung der sinfonischen Leistung Haydns sehr hilfreich ist. Diese Aufnahme ordnet sich gleichwertig zu den bestehenden dieser Reihe ein. Eine Empfehlung, nicht nur für Liebhaber Haydns.

MDR

Und wie das rauscht! Die Streicher, Holzbläser und Hörner setzen zu einem richtigen Raketenstart an. Das Ziel: die (später so bezeichnete) Wiener Klassik. Kaum zu glauben, dass sich der junge Haydn mit dieser Sinfonie D-Dur als Erstlingswerk empfahl. Na gut, er war im Vergleich zu den Kollegen eher Karrierespätzünder, als er beim Grafen Morzin seine erste Dienststelle antrat, aber seine Hausaufgaben hatte er gemacht. übermütige, spritzige Läufe, gestützt von fein verwobenen Gegenstimmen, die der gefällig polierten Oberfläche musikalisches Gewicht verleihen. Dazu eine ansteckende Lust am Hakenschlagen, an überraschenden Wendungen, Wirbeln und Trillern. Mit gerade einmal zwölf Musikern beginnt Haydn seine Entdeckungsreise im Reich sinfonischer Möglichkeiten, die sehr bald untrennbar mit seinem Namen verbunden sein werden.

Und diesem Haydn der Heidelberger Sinfoniker unter Thomas Fey glaubt man das. Auch in der nunmehr siebzehnten Folge ihrer Gesamteinspielung fliegt wieder der Staub, blitzt die kompositorische Brillanz und ist Haydn alles – nur nicht der altväterliche „Papa“. So aufgeräumt im Orchesterklang, präzise in den Hochgeschwindigkeits-Läufen, mal gepfeffert und mal sehnsuchtsvoll ausgesungen kriegt man diese Sinfonien derzeit nirgends. Würden sie doch nur häufiger so im Konzertsaal serviert, das Publikum ließe den Hauptgang bereitwillig stehen.

Carsten Hinrichs, Rondomagazin

Entstehung einer Gattung

Mit dem ehrgeizigen Projekt, der Gesamteinspielung aller Sinfonien Haydns, sind Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker am Ende nun mehr bei der siebzehnten Folge angekommen.
Die Sinfonie ist, das darf man wohl etwas pathetisch sagen, die bedeutendste Instrumentalgattung, die unsere westliche Musikgeschichte hervorgebracht hat. Kaum ein Komponist, der sich an dieser Gattung nicht wenigstens versucht hat, auch wenn dies für viele nach Beethoven bekanntermaßen gar nicht so leicht war. Diese Probleme hatte Joseph Haydn natürlich noch nicht; er hat sich bei seinen 104 offiziellen und ein paar weiteren inoffiziellen Sinfonien unbekümmert ans Werk gemacht.

Eine Gattung in den Kinderschuhen

Freilich, Geburtshelfer der Gattung war Haydn nicht wirklich, das Kind hatte sogar schon seinen Namen. Haydn traf vielmehr auf die Sinfonie, als diese gerade die ersten Gehversuche wagte. So hatte er die Möglichkeit, diese in der Entstehung befindliche Gattung zu formen und sie schließlich in die Gestalt zu bringen, die wir heute allgemein mit der klassischen Sinfonie assoziieren. Ohne den Experimentator Haydn, wie ihn Fey im Vorwort nennt, wäre vermutlich alles ganz anders gekommen.

Individueller Zugang und historisch orientiertes Klangbild

Dass Thomas Fey inzwischen als großer Haydn-Kenner gelten darf, ist nach all den Einspielungen fast selbstverständlich. Das kommt besonders diesen Frühwerken zugute. Den äußerlich noch recht unterschiedlichen Sinfonien, in denen Haydn allerhand in Bezug auf Form und musikalische Mittel ausprobierte, begegnet Fey mit jeweils eigenem Zugang. Haydns Witz und Entdeckerfreude, die den späten Sinfonien ihre Individualität verleihen, sind hier bereits angelegt und bei den Heidelberger Sinfonikern in den besten Händen. Der kammerorchestral besetzte Klangkörper mit historischen Blechblasinstrumenten verspricht zudem ein transparentes Klangbild und dürfte den musikalischen Begebenheiten zu Haydn Lebzeiten recht nahe kommen. Fey legt Wert auf Tempo und seine akzentuierten Rhythmen überlassen dabei nichts dem Zufall. Die einzige Gefahr besteht darin, dass das Ergebnis manchmal etwas zu buchstabiert klingt, wie etwa im 'Allegro' der Sinfonie Nummer Fünf. Doch sei’s drum, Vitalität ist besser als Langeweile – und langweilig ist diese CD nun wirklich nicht. Der Booklettext fügt sich dabei mit seinen herrlich ironischen Einschüben passend in das Gesamtbild.
FÜr den HÖrer kann es ebenfalls hilfreich sein, sich Haydn großes Schaffen chronologisch rückwärts zu nähern. Auf diese Weise ist es möglich, diesen Frühwerken, die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdienen und gleichzeitig Augen- oder vielmehr Ohrenzeuge der Entstehung der Gattung Sinfonie zu werden.

Simon Chlosta

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 16 - Januar 2012

Fey verknüpft kammermusikalische Prägnanz mit elektrisierendem Drive und forscher Spiellaune zu einer ungemein lebendigen und impulsreichen Klangrede.

Crescendo

Die mit Abstand interessanteste und dynamischste Haydn-Gesamteinspielung [...] bleibt ihrem Konzept treu: Fey und seine brillanten Heidelberger bieten dem Hörer auch hier ein wahres Feuerwerk an Musikalität, Phantasie und musikalischem Geschmack. So toll kann die historische Aufführungspraxis sein!

Pizzicato (Luxemburg)

So explosiv inszenieren die Heidelberger Sinfoniker Haydns Überraschungscoups, so quirlig und gestochen scharf absolvieren sie die Sechzehntel-Girlanden im Kontrapunkt-Getümmel, [...]derart packend und schlüssig in der Umsetzung des Haydn‘schen Schalks, der einem hier besonders frech im Nacken sitzt, [...]ein Haydn vom Neckar – at his best!

Rondo (Attila Csampai)

Fey and his orchestra […] set a standard for contemporary listeners, […] exceptional, the instruments have absolute clarity, depth, and presence in an open and resonant space.

www.allmusic.com

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 14 - 2010

Von wegen »Glücksspirale«: Wenn Wilhelm Bruns für diese Aufnahme sein Naturhorn bläst, dann brennt die Luft! Hier darf man gerne das Wort »spektakulär« bemühen. Innerhalb des schon oft gelobten Haydn-Zyklus´ von Thomas Fey mit den Heidelberger Sinfonikern ist dieser Teil 14 mit Sicherheit ein herausragender, auch weil Bruns mit der Virtuosität auf seinem ventillosen Arbeitsgerät nicht protzt, sondern sie in den Gesamtklang einbindet. Neben den zwei Hornkonzerten des jungen Haydn wird mit der Sinfonie Nr. 31 (die »mit dem Hornsignal«) natürlich auch die Vervollständigung der Sinfonien mit der schon gewohnten Heidelberger Verve vorangetrieben. Großes Hallali!

MDR Figaro

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 12 - 2010

So frisch, so duftig, so aufgeräumt festlich und ganz und gar vital musiziert hören wir Haydn selten. So, wie die Heidelberger Sinfoniker die 48. und auch die 56. Sinfonie luftig durch den Raum schicken, steckt Freude, Leben und auch das kleine, verschmitzte Augenzwinkern des Komponisten darin. (26.08.2010)

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 11 - 2008

Kennen Sie Haydns Sinfonie Nr. 57? Nein? Das sollten Sie aber! So, wie sie hier eingespielt worden ist, strotzt sie nur so von mitreißender Verve. Die beispiellose Artikulationsgenauigkeit der Streicher im Finalsatz (prestissimo) muss man einfach gehört haben!

Die extravaganten Anforderungen an die Hörner in den schnellen Sätzen werden brillant gemeistert. Aber auch die relativ fließend genommenen langsamen Sätze entzücken. Und wenn ein Cembalo partout beteiligt sein soll, dann so, wie Thomas Fey hier vormacht: dezent und niemals aufdringlich.

Führen Sie sich diese Aufnahmen zu Gemüte und Sie werden nicht mehr aus dem Staunen herauskommen: Hier wird mit größtmöglicher Eindringlichkeit Haydns unerschöpflicher Erfindungsreichtum und seine grenzenlose Vitalität triumphal gefeiert. Aufnahmetechnisch ist die Produktion auch glänzend gelungen. Kurzum: kaufen, genießen und auf keinen Fall die nächste Folge verpassen!

www.classicstoday.com (USA)

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 10 - 2008

Feys neue Version [der Sinfonie Nr. 60] ist schlicht umwerfend: zupackend, brillant, außerordentlich kontrastreich und fabelhaft umgesetzt (ein Sonderlob für die Hörner, etwa ihre markanten Einwürfe im Adagio). Da verstummt jede Kritik. […] Großartig!

www.classicstoday.com (USA)

Thomas Fey hat seine Nische in der riesigen Menge von Aufnahmen gefunden, seine Interpretation ist erkennbar anders. Ein frisches, kontrastreiches, affektvolles Spiel stellt sich dar durch die Heidelberger Sinfoniker. Haydn hätte es vermutlich sehr gefallen.

RBB Kulturradio

Feys fulminante Gesamteinspielung der Haydn-Sinfonien geht in die zehnte Runde. […] In Bezug auf Schärfe der Phrasierung und dynamische Wucht bleibt sein famoses, zahlenmäßig relativ kleines Orchester den Partituren nichts schuldig.
Presto-Bezeichnungen lösen bei Thomas Fey regelmäßig geradezu explosive Adrenalinschübe aus. In dieser Hinsicht braucht sein ungeschönter Zugriff den Vergleich mit Hermann Scherchens erster Fassung der »Militär«-Sinfonie nicht zu scheuen. Auf diese Weise bekommt Haydns sprichwörtlicher »Humor« eine ausgesprochen rasante Aufsässigkeit. Dafür kommen die Menuett-Sätze angemessen gravitätisch daher und der langsame Klagegesang der 60. Sinfonie hat eine anrührend zärtliche Intimität.
Feys extrem nuancierte Interpretationen konfrontieren uns drastisch mit der »affektgeladenen Kontrastmusik« des Sinfonikers Josef Haydn.

www.classicstodayfrance.com (Frankreich)

Feys Ziel ist es, gemeinsam mit den von ihm vor 15 Jahren gegründeten Heidelberger Sinfonikern, einem historisch orientierten und international hoch geachteten Klangkörper, den Hörer für die Kühnheit und Schönheit „von Haydns affektgeladener Kontrast-Musik“ zu sensibilisieren. Auf Folge 10 der Einspielung sämtlicher Haydn-Sinfonien gelingt ihm dies geradezu umwerfend. Verantwortlich dafür ist nicht nur der bestechende Impetus, mit dem er den Sinfonien Nr. 60 und Nr. 61 zu Leibe rückt. Es ist auch die Mischung von modernen Streich- und Holzblasinstrumenten mit Blechblasinstrumenten historischer Bauart, die der sehr straffen und spannungsvollen Musizierhaltung der Heidelberger mit einem überaus lebendigen und dramatischen Ton die Krone aufsetzt – kombiniert mit einem exzellent eingefangenen Orchesterklang.

Den 1774 (Sinfonie Nr. 60 C-Dur) und 1776 (Sinfonie Nr. 61 D-Dur) entstandenen Werken hört man noch ihren höfischen Hintergrund an. Wenn beiden auch die Ausdruckskraft der Pariser Auftragskompositionen oder der Londoner-Sinfonien fehlen mag, so sind sie doch voller origineller Erfindungs- und Charakterisierungskunst, reich an Humor sowie an dynamischen und rhythmischen Überraschungen. Was die sechssätzige Sinfonie Nr. 60 an Form- und Stimmungskontrasten aufzubieten hat, wird von Thomas Fey wohltuend frisch und mit beinahe schon betörendem Glanz herausgearbeitet: das zu versiegen drohende musikalische Geschehen in der Ouvertüre, die erst nach zwei Anläufen und einem kraftvollen Orchestertutti in Gang zu kommen scheint; das gegeneinander Anspielen von Streichern und Bläsern, der Wechsel von serenaden- und marschähnlicher Gestaltung im zweiten Satz; die unerwartet rustikale Melodik im Presto; und schließlich die herben dynamischen Kontraste im schwärmerischen 5. Satz, die bereits den Beginn des Finales erahnen lassen sowie das von Haydn in das Prestissimo-Finale hinein komponierte Nachstimmen der Violinen.

In beiden Sinfonien kommt dem rhythmischen Element eine entscheidende Bedeutung zu. Deutlich unterstreicht Thomas Fey dies in den spritzigen Ecksätzen, selbst in der unwiderstehlichen Prestissimo-Gangart des Finales der Sinfonie Nr. 61 mit hinreißendem Überschwang und offen gelegten Stimmführungen. Den richtigen Ton trifft Fey auch in den Mittelsätzen der D-Dur-Sinfonie: in der Unbeschwertheit des Menuetts und der mitunter fast ein wenig spröde formulierten Innigkeit des Adagios. Das vielleicht bezwingendste Merkmal dieser wirklich hervorragenden Einspielung ist die absolute Zielgenauigkeit dynamischer Effekte und der gesamten dynamischen Gestaltung – und zwar ohne auf eine gewisse Exzentrik zu setzen, die manch anderen Haydn-Aufnahmen in historisch informierter Musizierpraxis eigen ist.
10/10 Punkte

www.klassik-heute.com

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 9 - 2008

Haydn-Liebhaber aufgepasst! Die neueste (und nach meinem Dafürhalten) großartigste Scheibe von Thomas Fey und seinen Heidelberger Sinfonikern liegt vor und gibt erneut Anlass zum Feiern. Wer in diese Aufnahme investiert, wird es auf keinen Fall bereuen. Mehr noch: Sie sollten wirklich zusehen, dass Sie jede einzelne CD dieser Reihe in Ihrem Plattenschrank haben!

www.musicalheritage.com (USA)

Fey kehrt den innovativen Charakter dieser drei Sinfonien hervor. Die historischen Blechinstrumente und Pauken veranstalten ein prachtvolles Strahlen und Donnern, die modernen Streicher agieren mit berückendem Charme. Unter Feys Händen wird die Tripelfuge im letzten Satz der Sinfonie Nr. 70 zu einem grandiosen Spaß, abwechselnd temperamentvoll und raffiniert.

Die erstaunliche Exzentrik der Jagd-Sinfonie (Nr. 73) kommt bestens zur Geltung. Die Hörner geben der Durchführung des ersten Satzes enormen Biss, der langsame Satz oszilliert zwischen Intimität und einem Hauch von fast visionärem Pathos, das Menuett weist deutlich auf Beethovens Pastorale voraus. Im berühmten Finale lässt Fey endgültig alles „klassische“ Wohlverhalten sausen: Das Tempo ist atemberaubend, die Lebensfreude höchst ansteckend.

Feys Lesart der 75. Sinfonie demonstriert, wie Haydn maximale Wirkung mit minimalen Mitteln erzielt. Die Variationen des langsamen Satzes entwickeln sich zwingend zu einem überzeugenden, organischen Ganzen. Das improvisierte Pauken-Solo im zweiten Teil des Menuetts passt wunderbar zum pfiffigen Charakter des ganzen Satzes. Das hinreißende Finale Satz lebt von gegensätzlichen Stimmungen, Fey setzt mit großem Aplomb auf eine dramatische Pointierung der Kontraste.

Fey riskiert viel, dirigiert ungeheuer wendig, manchmal eine Spur äußerlich vielleicht, aber immer mit großer Intelligenz. Das Ergebnis: drei der spannendsten Haydn-Deutungen, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind.
CD des Monats 08/2008&CD des Jahres 2008

www.musicweb-international.com (England)

Wie wenige Dirigenten vor ihm – inklusive Lehrmeister Harnoncourt - revolutioniert Thomas Fey unser Haydnbild, einzig und allein mit den Mitteln einer eminent musikalischen Logik. Ich wage die Behauptung, dass Sie mir spätestens nach dem dritten Abhören dieser CD zustimmen werden: Hier eröffnet sich eine völlig neue Perspektive auf den Sinfoniker Joseph Haydn.

www.classiqueinfo-disque.com (Frankreich)

„Durchgehend fesselt Feys beherzter Zugriff und lässt die Vorfreude auf die nächsten Folgen geradezu unbändig werden. Der Orchesterklang ist einfach sensationell. Die Streicher artikulieren mit äußerster Präzision, die Pauken sind markant aber nicht übertrieben wuchtig, die Blechbläser melden sich mit angemessener Schneidigkeit zu Wort, was die Richtigkeit von Feys Entscheidung, in diesem Falle auf authentische Instrumente zurückzugreifen, aufs Schönste bestätigt. Fey wird Haydns Energie und Vitalität ohne Einschränkungen gerecht, seine musikalischen Entscheidungen von der Dynamik bis zur Tempowahl orientieren sich ausschließlich an Haydns Intentionen.“
www.allmusic.com (USA)

Die Qualität und Professionalität der deutschen Orchester – auch aus mittelgroßen Städten wie Heidelberg – ist schlicht verblüffend. Die ersten Folgen dieser Gesamtaufnahme zeichnen sich durch den geradezu erregenden Zugriff des Dirigenten und die vollkommene Transparenz des Gesamtbildes aus. Thomas Feys bedingungsloser Einsatz und seine große Affinität zu dieser Musik teilen sich unüberhörbar mit.
www.rcfenberry.fr (Frankreich)

Ein Genuss! Thomas Feys letzte Haydn-Aufnahmen haben mich nicht immer restlos überzeugt, aber diese Folge ist schlicht sensationell. Auch hier ist Power nach wie vor Trumpf (manchmal mit einer leichten Tendenz zum Gewaltsamen), gepaart allerdings mit vorzüglicher Sensibilität, Detailgenauigkeit und einer geradezu besessen wirkenden Sorgfalt in Sachen Konturierung. Besonders auffällig ist die exorbitante Spielfreude aller Beteiligten.
Haydns Sinfonie Nr. 70 gilt zu Recht als außerordentlich einfallsreich, witzig, brillant und lebensbejahend. Feys Dirigat wird all diesen Eigenschaften glänzend gerecht. Hier erkennen wir wieder die Handschrift des Dirigenten, der so zwingend den Dudelsack-Effekt des Trios im dritten Satz der Sinfonie Nr. 88 herausstellt.
Das Vibrato wird sehr sparsam eingesetzt, aber jeder Haydn-Freund wird seine wahre Freude an der vorbildlichen Phrasierung und Akzentuierung haben, wie auch an der Art und Weise, wie Fey die Musik „abheben“ lässt. Feys Ansatz bewährt sich besonders eindrucksvoll im letzten Satz der „Jagd“-Sinfonie, wo sich die Hörner mit nahezu beispielloser Virtuosität um die ganze Palette der erforderlichen Farbvaleurs bemühen. Die Aufnahme enthält auch die wenig bekannte Sinfonie Nr. 75, deren langsamer Variationensatz zu Haydns schönsten Eingebungen gehört.
Für mich ist diese CD Thomas Feys beste Haydn-Aufnahme seit der Folge Nr. 3 (mit den Sinfonien 82, 88 und 95).

Christophe Huss, www.classicstodayfrance.com (Frankreich)

Das anhaltend vorzügliche Niveau der Haydn-Gesamtaufnahme mit Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern bestätigt sich erneut mit der vorliegenden Folge, die zu den stärksten der bisherigen Serie gehört. Feys genaue, aber alles andere als sklavische Beachtung neuester aufführungspraktischer Erkenntnisse wirkt Wunder. Wer sich einen Eindruck von der außerordentlichen Qualität dieser Aufnahmen verschaffen will, könnte nichts Besseres tun, als sich die Gestaltung der Blechstimmen auf dem Höhepunkt der Tripelfuge im letzten Satz der Sinfonie Nr. 70 anzuhören. Die gewaltigen Kraftentfaltungen der Trompeten und Hörner lassen die Musik geradezu bestürzend modern klingen. In der Partitur sind sie genauestens markiert, vor Fey hat sich allerdings keiner getraut, sie tatsächlich so zu Gehör zu bringen. Im letzten Satz von „La Chasse“ sind die Hornrufe im von Haydn vorgeschriebenen Presto schlechterdings nicht ausführbar. Klugerweise verlangsamt Fey das Tempo entsprechend - mit fabelhafter Wirkung. Diese brillanten, höchst werkangemessenen Interpretationen sind auch klangtechnisch bestens gelungen. Dringend empfohlen!

David Hurwitz, www.classicstoday.com (USA)

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 8 - 2007

Wie nicht anders zu erwarten, interpretiert Thomas Fey diese Sinfonien mit beispiellosem Elan, was aber ein vorbildliches Bemühen um die feineren Nuancen keineswegs ausschließt. In den Außensätzen spielt er beide Wiederholungen, variiert sie aber jeweils mit einleuchtenden Ergebnissen: Im ersten Satz der Sinfonie Nr. 44 nimmt er die Rückkehr der Anfangstakte etwas breiter, im entsprechenden Satz von Nr. 41 wird die spektakuläre falsche Reprise beim zweiten Mal deutlicher herausgehoben. Außerdem scheut er sich nicht, das Tempo in den davor liegenden Takten noch etwas mehr zu drosseln - mit durchaus überzeugender Wirkung. Ähnliches ist im letzten Satz der gleichen Sinfonie zu hören. Hier verlangt Fey ein wahrlich furioses Tempo, die enorm wirkungsvollen Sforzati kommen wie aus der Pistole geschossen. Die wichtigen Farbschattierungen der Sinfonie Nr. 47 sind kongenial umgesetzt.
Folge 7 dieser Haydn-Serie war bereits ein bemerkenswerter Erfolg, aber hier haben sich Fey und die Heidelberger Sinfoniker noch einmal selbst übertroffen.

Marc Vignal, Le Monde de la Musique (Frankreich)
Choc” de la Musique / CD des Monats, Mai 2008

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 7 - 2006

„In Haydns kraftstrotzenden Sinfonien 69, 86 und 87 liefern Fey und sein Orchester prächtige, farbige, lyrische und insgesamt hinreißende Lesarten mit klar definierten Texturen, gemeißelten Akzenten, kräftigen Rhythmen und einem immensen Sinn für Humor. Kurzum: schlicht ideal!“

www.allmusic.com (USA)

Neben dem jüngst begonnenen Mendelssohn-Projekt arbeiten die Heidelberger Sinfoniker unter Thomas Fey bereits einige Jahre an ihrer Gesamteinspielung der Haydn-Sinfonien. Vielleicht kann gerade deswegen das enorm hohe Niveau gehalten werden, weil den einzelnen Aufnahmeprojekten genügend Vorbereitungszeit eingeräumt wird. Auch diesmal präsentiert Thomas Fey und seine hörbar lustvoll zu Werke gehenden Musikerinnen und Musiker Haydns ‘affektgeladene Kontrast-Musik’ (wie der Dirigent im einleitenden Bookletkommentar Haydns Sinfonien beschreibt) mit einem Höchstmaß an Energie und Spielfreude. Den siebten Teil des Haydn-Zyklus bilden die Sinfonien Nr. 69 in C-Dur (‘Laudon’), Nr. 86 in D-Dur und Nr. 87 in A-Dur: drei spritzige, witzige und sehr unterhaltsame Werke.

Selten findet man zwischen zwei in ihrer interpretatorischen Grundhaltung verschiedene Einspielungen desselben Werkes auch analog im Booklettext deren Charakteristik ausgeprägt. Vergleicht man die Einspielung von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 69 mit dem Beinamen ‘Laudon’ in der Aufnahme von Christopher Hogwood mit der vorliegenden, so scheint die musikalische Gestaltung in der Tat bereits im kommentierenden Beihefttext vorweg genommen. James Webster, der Haydn-Spezialist zeichnete für den Text zu Hogwoods Einspielung mit der Academy of Ancient Music verantwortlich. Webster schreibt über diese Sinfonie, sie sei ‘unmittelbar zugänglich und satztechnisch mit leichter Hand gearbeitet; [sie] bewege sich innerhalb vertrauter Stile und Konventionen und weist nur wenige Stellen von expressiver Intensität auf.’ So in etwa lässt Hogwood auch die Sinfonie spielen. Der Autor des Booklets zu Thomas Feys Einspielung dagegen hebt die bemerkenswerten Eigenheiten der Sinfonie hervor – das passt hundertprozentig zu Feys leidenschaftlicher, aufregender Interpretation.

Die Heidelberger Sinfoniker zeigen hier einmal mehr eine exzellente Spielkultur. Wohl kaum ein Ensemble der Gegenwart widmet sich derart lustvoll und mit äußerster Delikatesse den feinen Geweben Haydn’scher Sinfonik. Thomas Fey setzt knochentrockene Akzente, schlägt flotte Tempi an, reizt dynamische Kontraste auf wirkungsvolle Weise aus und spitzt damit die Dramatik in Haydns Sinfonien messerscharf zu. Dabei agieren die Heidelberger Sinfoniker wunderbar schlank und rank im Klang, kraftvoll, mit ‘körnichten’ Akzenten, reizvoll durchdringenden Blechbläsern, die dem konturenscharfen Klangbild eine herrlich ungeglättete Oberfläche verschaffen. Alle Gruppen agieren intonatorisch auf höchstem Niveau, die Abstimmung zwischen den Instrumentengruppen ist perfekt und vor allem die sehr delikate Phrasierungskunst von hoher Ausdruckskraft. Die abwechslungsreichen, kontrastgeprägten Allegri wirken in ihrem kraftvollen Drang nach vorne ebenso überzeugend interpretiert wie die mit liebevoller Klanggestaltung exzellent austarierten langsamen Sätze.

Bei diesen elektrisierenden Interpretationen bleibt man unweigerlich ständig auf der Stuhlkante sitzen. Die Musiker legen sich mit vollem Elan für Thomas Fey ins Zeug – das Ergebnis ist phänomenal. Aufstachelnder könnte man die Kontraste nicht heraus arbeiten, die prägnanten Themen kaum schwungvoller angehen, den Geist dieser Musik nicht präziser treffen. Beispielhaft für die liebevolle Gestaltung darf das ‘Menuet’ aus der Sinfonie Nr. 69 stehen. Mit rustikaler Betonung der Takteins wirken die anschließenden Betonungsverschiebungen viel effektvoller, viel aussagekräftiger als in vielen anderen Einspielungen, die gerade mit den Tanzsätzen in Haydns Sinfonien oft lapidar umgehen. Hier wird die Bodenständigkeit der Haydn’schen Sinfonik ohrenfällig, der musikantische Schwung zusätzlich durch perfekt inszenierte agogische Freiheiten akzentuiert.

Dass die Transparenz des Orchesterklangs einen erfrischenden Blick auf Haydns Musik frei zu geben imstande ist, liegt auch an der sehr guten Klangqualität. Die eher trockene Akustik der Aufnahmeräume scheint für die Klangvorstellung Thomas Feys bestens geeignet; der Klang ist wunderbar direkt, die Balance stets vorbildlich – sofern man es mag, wenn auch mal der kernige Blechsound der Naturinstrumente in den Vordergrund rückt. Damit gelingt Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern ein weiterer Mosaikstein höchster Qualität auf dem Weg zur Haydn-Gesamteinspielung.

www.klassik.com, Deutschland

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 6 - 2006

Thomas Fey spielt sämtliche Sinfonien von Haydn ein. Jetzt liegt die sechste CD vor. Ein Ereignis, das auch für die Folge nur das Beste verspricht.

Es wäre lächerlich, wollte man über Musik nur von einem einzigen Gesichtspunkt aus sprechen. Aber wenn man die CD auflegt, wenn man immer wieder das kleine Ritual des leidenschaftlichen Plattenfans vollzieht, dann lässt sich nicht leugnen, dass unsere Wahl immer von einer bestimmten Idee der Musik (und manchmal des Werks) geführt wird.

Ich erinnere mich, dass ich lange die großen Orchester vorzog und jenen berauschenden Klang suchte, den Karajans Einspielungen und die der zeitgenössischen Interpreten verströmten. Wie hätte damals die Sinfonie Nr. 49 mit Thomas Fey als Dirigent auf mich gewirkt? Die kleine Orchesterformation hätte mich sicherlich stutzig gemacht, denn das Heidelberger Orchester ist nicht mit dem Berliner vergleichbar. Es wurde 1993 gegründet und versucht, den Ansprüchen eines in der sogenannten romantischen Tradition stehenden Repertoires mit Barockinstrumenten gerecht zu werden.

Gewiss, man kann sich nicht gänzlich seinen Hörgewohnheiten entziehen. Was mich aber bei Thomas Fey berührt, ist, dass er sich weder völlig abseits dessen bewegt, was heute zum „guten Ton“ der Interpretation klassischer Werke gehört (kleines Orchester, Betonung der Kadenzen, rhythmische Akzente, Artikulation) noch gänzlich von der Logik des jeweiligen Werks abweicht. Man könnte sogar behaupten, dass er gerade dank seiner stimmigen ästhetischen Positionen in der Lage ist, heute eine Art musikalisches Epos zu konstruieren, dessen Handlungsfaden vor zweieinhalb Jahrhunderten gelegt wurde.

Ich könnte mich also darauf beschränken zu schreiben, dass sich Thomas Fey, indem er die Kontraste und den vielschichtigen Aufbau des Werks hervortreten lässt, fast einer „Wahrheit“ annähert. Tatsache ist, dass mir die eigentümliche Energie, die zuweilen fast brutale Freude, mit der er den Orchesterklang ausreizt, kurz, dass mir diese Art des musikalischen Engagements ganz besonders gefällt. Daraus folgt allerdings, dass man meinem Urteil nicht blind trauen darf. Jeder sollte selbst seine Erfahrungen auf dem bewegten Terrain dieses Dirigenten machen!

www.arte.tv, Deutschland

Daß Heidelberg irgendwie bei Mannheim liegt, ist eine triviale Bemerkung, aber hier ist es die richtige, denn mit Thomas Feys hinreißend dynamischen Heidelberger Sinfonikern klingt Haydn, als hätte die Mannheimer Schule eine Art musikalischen Leonardo da Vinci hervorgebracht ... Im Presto der Sinfonie Nr. 52 teilt sich die Impuls- und Dreh-Eleganz, die aus der Vorwärts-Rotation der Musik strömende tänzerische Energie so locker und fliegend mit, dass man nicht einen Moment zweifelt, dass Haydn auch das Fahrrad erfunden hätte. Bleibt da noch ein Moment, auch dem Ernst der Musik gerecht zu werden? Das fast zehnminütige Kopfsatz-Adagio der f-Moll-Sinfonie ‚La passione‘ ist hier in so sanften wie intensiven Farbschichten aufgebaut...

Klassik heute online, Deutschland

Haydn-Fans werden begeistert sein: Thomas Feys Sinfonien-Gesamteinspielung hat wieder Zuwachs bekommen. Die neue CD bestätigt es nur: Fey ist und bleibt der aufregendste Haydn-Dirigent unserer Tage.

Classics Today, USA

 

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 5 - 2003

An Haydn-Symphonien herrscht auf dem CD-Markt kein Mangel. Auch nicht an Aufnahmen, in denen mehr oder minder erfolgreich versucht wurde, „originale“ Klangbilder gegen die Vorstellung des gemütlichen, beschaulichen Kapellmeisters vom Neusiedler See ins Feld zu führen. Was also will dann die offenbar großzügig konzipierte Hänssler-Serie mit Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern, die inzwischen bei ihrer fünften Folge angekommen ist? Offenbar nichts anderes als alle andern „historischen“ Unternehmungen zuvor, und doch haben wir hier eine jener glücklichen Situationen vor uns, in denen der wissenschaftliche Zeigefinger kürzer ist als der Taktstock.
Man wird hier also wie in den vorherigen Veröffentlichungen zunächst einmal von der stürmischen Brise der Musik dahingerissen, von den extrem geschärften Akzenten und Gegenakzenten, die sich hinter den vermeintlich homophonen Strukturen verbergen, von dem bisweilen recht drastischen Humor – nicht nur in den scheinbaren Menuetten, sondern beispielsweise auch dort, wo Haydn seine melodischen Blitzschläge förmlich „ausdümpeln“ lässt wie im Andante der Henne. Und wenn Fey sein Orchester in den Ecksätzen gegen den vertrauten Strich bürstet, kommen ganz seltsame Dinge zum Vorschein. Selbst die immer wieder gesungene Litanei, wonach der junge Beethoven bis etwa zu seiner zweiten Sinfonie unter Haydns musikalischem Einfluss gestanden habe, sollte zumindest angezweifelt werden, denn dieser Einfluss muss weit über die zugestandene Frühphase hinausgegangen sein. Die wilden Synkopen; die unterschwellige metrisch-rhythmische Kontrapunktik, die natürlich in den bislang eingespielten Londoner Symphonien 94, 95 und 104 noch gewaltiger wirkt; die mitunter improvisatorisch wirkenden Gesten, bei denen man den Komponisten seine Ideen förmlich aus dem Cembalo herausprügeln sieht – all das zeigt, dass die eigentliche Revolution zwischen Eisenstadt und Puszta stattgefunden hat.
Erst ganz allmählich fällt auf, dass nicht nur die Gesten und die architektonischen Ausleuchtungen eigenwillig sind. Doch der Klang des weithin „originalinstrumentierten” Orchesters dient weder genießerischer Askese noch trockener Architekturbeschreibung, und das ist es, was nicht nur die vorliegende Produktion, sondern sämtliche bisher erschienenen Aufnahmen der Reihe so überaus sympathisch macht – dass hier nicht scheinheilige Kritik an früheren Sichtweisen den Ton angibt, sondern aus einer ungemein originellen Betrachtung der notierten Dinge eine regelrecht revoltierende Art des Musizierens entsteht, die schlicht und einfach einen Haydn-Spaß macht und den Weg zu einem völlig neuen Verständnis bereiten könnte.

Klassik heute, Deutschland

Die besten Aufnahmen dieser Werke, die zu bekommen sind

Classics Today, USA

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 4 - 2003

Vielleicht sind es die heute in erhöhtem Maße Beat- und Off-Beat geübten Ohren, die plötzlich in der Lage sind, die Genialität der charakteristischen ‚Sturm-und Drang‘-Sinfonien Haydns zu erfassen. Vor allem die drei Jahre vor Beethovens Geburt entstandene g-Moll-Sinfonie wird in Drive und Rhythmik von keinem Werk Mozarts oder Beethovens wirklich übertroffen, und manch eine von Mozarts großartigen g-Moll-Kompositionen wirkt eigentlich nur wie eine Variation oder Metamorphose dieser ebenso archetypischen wie unglaublich expressiven Sinfonie. Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker artikulieren den pointierten Beat der Ecksätze hier optimal und ohne Nähmaschinen-Manien, die ja gelegentlich auch Teil der Haydn-Renaissance sind. Die jäh aufblitzenden zeichenhaften Gesten haben ein scharfes Profil, und die chromatische Vorhalts-Melodik gewinnt ihre Ausdruckskraft nicht durch Forcierung, sondern aus ihrer rhythmischen Energie. Im Verhältnis zu Trevor Pinnocks extrem graphischer und klanglich eher post-barocker Einspielung ist Thomas Fey hier pastoser und eine Spur orchestraler; trotz ihrer auch im Detail diffizil ausgereizten Expressivität wirkt sein Konzept klassischer, was nicht notwendig traditioneller bedeutet. Hier wie in den drei weiteren Sinfonien verfügt Fey auch über die eher seltene Fähigkeit, noch so schlichte langsame Sätze gestisch und melodisch höchst spannungsreich zu gestalten und aus sich selbst heraus zum Singen zu bringen. Angesichts des Niveaus dieser CD wird man weiteren Aufnahmen der geplanten Gesamteinspielung mit Freude entgegensehen.

Klassik heute, Deutschland

Was einen förmlich anspringt, ist die unerhörte klangliche Balance zwischen Streichern, Bläsern und Pauken ... Nur ganz wenigen Dirigenten gelingt es, mit Haydn so rundum zu überzeugen wie Thomas Fey.

Classics Today, Frankreich

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 3 - 2001

Fey geht hier mit der gewohnten Leidenschaft, Vitalität und Energie drei der schönsten Sinfonien von Haydn an. Er präsentiert eine strahlende, mitreißende, klangvolle und humoristische Version der Sinfonie Nr. 82, die ihren Beinamen „Der Bär“ zwar hauptsächlich den Dudelsack- und slawischen Klängen des Finalsatzes (Vivace) verdankt, die an die Musik von Tanzbären erinnert, was sich aber bereits in der Ausgelassenheit und überschäumenden Lebendigkeit des ersten Satzes sowie im höfischen, aber unweigerlich rustikalen Menuett, andeutet. Die Sinfonie Nr. 88 wird bestimmt durch das wunderschöne und entzückende Largo, mit seinem träumenden und nostalgischen Thema, und der tanzenden und kontrapunktischen Niedlichkeit des Finalsatzes Allegro con Spirito. Fey realisiert mit seinen Musikern eine weitere exzellente Interpretation, rund und vollkommen, voller Kontraste und mit seiner charakteristischen Vitalität in den herrlichen und präzisen Tutti mit Trompeten und Pauken. (...) Kurzum, all dies steigert die Bedeutung und den Rang dieser Einspielung, die zweifelsohne in Zukunft eine Alternative zu anderen großen Zyklen darstellen wird!

CD Compact, Spanien

Diese CD ist schlicht überwältigend. Thomas Fey und seine Heidelberger Sinfoniker packen den ‚Bären‘ mit Scharfsinn und ungezähmter Wildheit an und machen unmissverständlich klar, weshalb Haydns Sinfonien zu ihrer Zeit als das Nonplusultra orchestraler Komposition galten. Nr. 88, dieses fröhliche Juwel von einer Sinfonie, hinterlässt einen ebenso starken Eindruck ... Endlich einmal kann man diese Musik mit der ganzen Spannung hören, die Haydn hineingelegt hat – das Ergebnis ist spektakulär. Eine bessere Haydn-CD ist momentan nicht zu bekommen.

Classics Today, USA

Feys Haydn würde ich nicht einmal gegen ein Dutzend Orchester-Neuveröffentlichungen dieses Jahres eintauschen – so gut ist er. Setzen Sie sich, bevor Sie die Sinfonie Nr. 82 ‚Der Bär‘ hören, sonst wird es Ihnen den Boden unter den Füßen wegziehen. Der Peitschenhieb, mit dem die Heidelberger Sinfoniker hier beginnen, stellt jede andere Interpretation des Werks – selbst die von Bernstein – in den Schatten, und diese Geste wird dann mit einem prachtvoll angelegten pianissimo-Spiel beantwortet. This bear boogies ... Es ist nicht die schiere Geschwindigkeit, die mitreißt, sondern ebenso die makellose Balance und die kammermusikalische Klarheit, der feinfühlige Umgang mit den langsamen Sätzen und die Art, wie die pure Freude und Lebendigkeit von Haydns Musik umgesetzt werden.

The Absolute Sound, USA

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 2 - 1999

Die vier vorliegenden Sinfonien enthüllen die Qualitäten der beiden beteiligten Ensemble-Formationen. Der Glanz der Haydnschen Orchestrierung wird von den Heidelberger Sinfonikern mit blendender Virtuosität dargeboten. Durch die Qualität der Dialoge zwischen den Pulten – Bläser/Streicher – perlen lyrische Töne in den Adagio-Teilen. Thomas Fey lässt mit selten glücklicher Hand die Gegensätze dieser großartigen Partituren aufleuchten ... Das Orchester widmet sich einem faszinierenden Spiel mit Rhythmen, Farben und Strukturen.

Classica, Frankreich (über die ersten beiden CDs der Haydn-Gesamtaufnahme)

Fey konkurriert nicht wirklich mit der in ihrer Strenge radikalen Aufnahme von Hogwood, da er auf moderne Instrumente zurückgreift (mit Ausnahme der Blechbläser), doch versteht er es, alle Mittel der ‚historisch informierten‘ Aufführungspraxis zu nutzen. Wir haben es also mit Haydn-Interpretationen zu tun, wie wir sie schätzen: belebend, dramatisch, erfinderisch, kurz: wirklich engagiert ... Auf jeden Fall warten wir mit Ungeduld auf die Fortsetzung, denn Fey und seine Musiker halten möglicherweise noch enorme Überraschungen für uns bereit.

Répertoire des disques compacts, Frankreich

Zunächst fällt beim Hören das exzellente Klangbild auf, transparente Orchesterfarben mit einer guten Einbindung von Streichern und Bläsern, darunter famose Naturhörner. Fey tut es seinem Lehrer Harnoncourt (mit dem Concertgebouw Orchestra und dem Chamber Orchestra of Europe) gleich und verwendet zu modernen Streichern und Holzbläsern alte Blechbläser und Pauken. Der Unterschied liegt aber in Feys strikterer Umsetzung von Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis ... Aufgewühlte Atmosphäre und vorwärtsdrängende Dramatik kennzeichnen Feys Interpretation im Kopfsatz der ‚Abschiedssinfonie‘. Dem Adagio des Werkes lässt er eine wunderbar ruhig strömende Interpretation angedeihen, die einen wohltuenden Gegenpol zum Drängen des Kopfsatzes darstellt. Dem Orchester gelingt hier ein einnehmend finessenreiches Spiel auf höchstem Niveau. Das folgende Menuett klingt frisch und lebendig, mit exzellenten Naturhörnern im Trio. Nach wildem Beginn überzeugt im Finale der abrupte Halbschluss; das ruhig fließende Schluss-Adagio zeigt mit seinen Solostellen, welch gute Musiker Fey in seinem Orchester vereinigt hat.

Concerto, Frankreich

Das wirkliche Ereignis ist die Konzentration, mit der Fey und das wundervoll geschlossene Kammerorchester die Notentexte auslegen ... Wenn Thomas Fey die Sorgfalt und Intelligenz, mit der er seine Gesamteinspielung der Haydn-Sinfonien hier beginnt, bis zum Ende des Zyklus durchhält, können wir das Entstehen einer wirklichen Referenzeinspielung verfolgen.

Klassik heute, Deutschland

Die 64. ist eine großartige Sinfonie in A-Dur, ihr erhabener langsamer Satz ist von höchster Einfühlsamkeit ... Thomas Fey holt das Maximum heraus und bietet uns von diesem Meisterwerk zweifellos die beste Version, die jemals eingespielt worden ist. Ergreifend bewegt sich der langsame Satz an der Grenze zur Stille, mit außergewöhnlichem Sinn für Nuancen und Phrasierung; die anderen Sätze sind nach derselben Art gestaltet. Seine „Abschiedssinfonie“ – die Aufnahmen dieses Werkes sind unzählig – rangiert ebenso ganz an der Spitze, und man kann sagen, dass sich diese Haydn-Gesamteinspielung großartig anlässt.

Le Monde de la Musique, Frankreich

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 1 - 1999

Neben Temperament und Schwung dieser Interpretationen muss auch die stolze Noblesse der Tongebung im ersten Satz und die entfesselte Choreographie im Finale der „Londoner“ erwähnt werden, der unwiderstehliche Zug des Vivace assai und der bisweilen spöttische Geist im Andante der ‚Surprise‘ (‚mit dem Paukenschlag‘).

Diapason, Frankreich

Bis ins feinste Detail läßt Fey sein Orchester »sprechen«. Auch das kleinste Motiv ist geprägt vom Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, von ruhigem Atemholen und explosivem Aufbruch ... Die Interpretation wirkt urlebendig, kühn, und kehrt gerade den Experimentator Haydn hervor.

Luxemburger Wort

In jedem Stück deckt Fey die Quintessenz Haydns auf, seinen unberechenbaren Humor ebenso wie die Momente von Einsamkeit und Melancholie ... Wenn Sie Haydn lieben, sollten Sie sich diese Aufnahme nicht entgehen lassen. Wenn Sie noch unsicher sind, ob Sie Haydn lieben, lassen Sie sich von ihr bekehren!

Classics Today, USA

Wer diese Aufnahmen der Heidelberger Sinfoniker hört, wundert sich nicht mehr darüber, daß die Plattenfirma sich nicht für die Alternative eines in der Welt überaus bekannten Orchesters entschied. Die musikalische Kompetenz der Heidelberger Sinfoniker hat Niveau erreicht, das jeden Vergleich locker aushält, und was vor etwas mehr als zehn Jahren als Studentenensemble in Heidel-berg begann, kann sich heute anstandslos messen lassen mit der Weltspitze historisch orientierter Klangkörper. Hinzu kommt aber eine Dosis musikantischen Esprits, die manches namhaftere Ensemble vergleichsweise blaß aussehen läßt.

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Gerade bei der Rezeption von Joseph Haydns Sinfonien hat sich die historische Aufführungspraxis besonders stark ausgewirkt ... Einen neuen Höhepunkt hat diese Entwicklung bei bislang gänzlich unbekannten Musikern gefunden: Die Heidelberger Sinfoniker entfachen ein Klang-Feuer sondergleichen ... Die Süddeutschen können einen fast schon Harnoncourt vergessen lassen.

St. Galler Tagblatt, Schweiz

Mit dieser CD starten die erst 1993 von Thomas Fey gegründeten Heidelberger Sinfoniker zum ersten Schallplatten-Großprojekt ihrer noch jungen Geschichte, der Gesamtedition der 104 Symphonien Joseph Haydns. Der quicklebendige, fulminante Einstieg ... dokumentiert nicht nur die hohe spieltechnische Qualität des jungen Orchesters, sondern gibt allen Anlaß zur Annahme, daß der erst 39jährige Dirigent die Kompetenz und auch die Individualität besitzt, sich gegen so mächtige Konkurrenz wie Christopher Hogwoods ‚penible‘ britische Haydn-Edition zu behaupten ... Was sofort einnimmt, ist die eigenartige, fast geheimnisvolle Mischung aus Genauigkeit und einer geradezu explosiven Spiellaune ... Fey liebt die scharfen Kontraste, ist aber empfindlich genug, um auch die spirituelle Tiefe von Haydns langsamen Themen auszuloten.

Attila Csampai in ‚Musik und Theater‘, Schweiz

Die Gesamteinspielung beginnt mit zwei Haydn-Sinfonien, die zu den berühmtesten gehören, doch Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern gelingt es, uns zu überraschen. Man bewundert insbesondere die erfinderische, im positiven Sinne aggressive Seite des Einsatzes der Pauken; aller Wahrscheinlichkeit nach hat Haydn seine Werke genau auf diese Weise in London zu Geh&oouml;r gebracht. Die Verlangsamung des Tempos am Ende des Andante der 94. und die subtilen Modifikationen im Andante der 104. sind großartig verwirklicht und vollkommen angemessen. Thomas Fey gehört zu denen, die Risiken auf sich nehmen – und diese auch bewältigen.

Le Monde de la Musique, Frankreich

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Vol. 6 - 2009

Das Mendelssohn Jahr geht zu Ende und mit ihm ein Großprojekt der Heidelberger Sinfoniker: Binnen eines Jahres spielte das Orchester unter der Leitung von Thomas Fey sämtliche Sinfonien des Komponisten ein, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt mit zahlreichen Produktionen und Konzerten beging.

Neben den zwölf Streichersinfonien des jungen Mendelssohn nahmen die Heidelberger auch die fünf großen Werke auf: Den Abschluss bildeten in der bei Hänssler erschienenen Reihe mit insgesamt sechs CDs die »Schottische« und die »Lobgesang« Sinfonie mit Vokalsolisten, Chor und Orchester. Letztere kam nun als leicht korrigierter Live Mitschnitt des Konzerts im Rahmen des letztjährigen »Heidelberger Frühlings« heraus und zeigt die Heidelberger Sinfoniker mit den Solisten Eleonore Marguerre, Ulrika Strömstedt und Markus Schäfer sowie dem Deutschen Kammerchor als agile Truppe von mitreißender Musikalität. Fey bevorzugt ein insgesamt schlankes, transparentes Klangbild, das vor allem durch die präzise gezeichnete Artikulation der Streicher glänzt.

Da wird weder der Ton dick aufgetragen noch durch übermäßiges Vibrato eine Sämigkeit im Lyrischen angestrebt, die Mendelssohn selbst erst im späten 19. Jahrhundert angedichtet wurde. Der »Lobgesang« erscheint so weniger als dramatisch sinfonisches denn als oratorisch religiöses Werk. Die exzellenten Bläser besonders tonschön Klarinetten und Fagott ­bestimmen häufig den Gesamtklang.

Der Deutsche Kammerchor singt in dieser Aufnahme sicher und klar, gut wortverständlich und dynamisch differenziert. Von den Solisten herausragend ist der Tenor Markus Schäfer mit sicherer Höhe und schönen Lyrismen, die aber nie verkleistert werden.
Matthias Roth

(Alle sechs CDs bei hänssler classics)

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Vol. 4 - 2009

„Sensationell und überzeugend: Was sich da tut an Frische und Eleganz, an Glanz und an Tempo, das muss man einfach hören.“

(Kulturkalender Baden-Württemberg 4/2009)

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Vol. 3 - 2008

Bei dieser bereits dritten CD mit Streichersinfonien des jungen Mendelssohn ist die Musik tatsächlich "Klang-Rede": Jede Floskel erhält hier ihren Platz, ihre Bedeutung im Gesamtgefüge. So klar, so logisch wurde einem Musik selten nahe gebracht.
Mendelssohn war 13, als er mit jugendlichem Schwung diese Streichersinfonien notierte. Er ließ seiner Fantasie einfach freien Lauf, mit Macht sprudeln die musikalischen Ideen nur so aus ihm heraus. Natürlich sind diese Jugendwerke nicht mit den späteren Sinfonien, etwa der "Schottischen" oder der "Italienischen" Sinfonie vergleichbar, aber sie zeigen das Genie des jungen Komponisten und schon eine faszinierende technische Meisterschaft im Tonsatz. Es blitzt immer wieder - ganz ähnlich wie beim jungen Mozart - das eigene persönliche Profil durch. Manch langsamer Satz rührt einfach nur das Herz - noch dazu in der sensiblen Interpretation durch die Heidelberger Sinfoniker.
Fey und seine Heidelberger Sinfoniker folgen dem Sturm und Drang des jungen Komponisten. Die schnellen Sätze atmen Frische und sie sind im Ganzen sehr zügig aber nicht gehetzt musiziert, die Durchsichtigkeit geht nie verloren. Und es gibt eine ganz natürliche Balance mit der zarten, meist so zerbrechlichen, traurig scheinenden anderen Seite dieser Musik.

NDR Kultur

Dirigent Fey besitzt die Gabe, den Stil eines Komponisten ganz neu zu erfassen, mit überzeugenden Ergebnissen. So auch hier. Bei Werken wie diesen, die oft als gefällige Auftakthäppchen missbraucht werden, ist das Resultat alles andere als dröge.

www.allmusic.com (USA)

„Eine spritzige Interpretation der im Konzertsaal vielfach nur als ‚Aufwärmer’ zu hörenden Streichersinfonien aus dem musikalischen Kinderzimmer Mendelssohns. Thomas Fey gibt den frühreifen Werken jene Frische, mit der sie geschrieben worden sind.“

FonoForum

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Vol. 2 - 2007

Hier trifft Fey genau den Nerv der Zeit und der Musik. Das Spiel der Heidelberger Sinfoniker ist in den Jugendsinfonien wie auch im op. 90 auf höchstem Niveau; der historische Klang passt sich optimal an die Musik an, so dass aus der "Italienischen" wirklich eine kleine Sensation wird.

Pizzicato (Luxemburg)

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien Vol. 1 - 2006

Mendelssohn verjüngt, entschlackt, zackig
Mit Biss und Feingefühl: Scheinbar völlig unangetastet von jeglicher eingeschliffener Interpretationstradition gehen Fey und sein hervorragendes Orchester an Mendelssohns jugendliche Preziosen heran und führen uns einen Mendelssohn von ungeheurer Gestaltenfülle und dramatischer Wucht vor. Fey findet hier einen überaus reizvollen Weg zwischen einer an Beethoven orientierten Heroik der c-Moll-Sinfonie und einer glatten Hochglanzinterpretation, wie man sie allzu oft bekommt. Hier klingt Mendelssohn erfrischend anders, verjüngt, dynamisch, spritzig – und draufgängerisch. Endlich mal scheint die Klangvorstellung nicht von der (aus dem Nachbeten von alten Vorurteilen gespeisten) Vorstellung, bei Mendelssohn sei alles perfekt gemacht, Inhalt und Form, wie man so schön sagt, in genialem Einklang, mit höchster Finesse gestaltet; und immer auch ein wenig ‘gemacht’, im Gegensatz zum ‘wirklich Empfundenen’.

Von all dem musikhistorischen und in Einspielungen tradierten Ballast befreit, schafft es Thomas Fey, das jugendliche Ungestüm mit starken Akzenten und lebhaften Tempi hörbar werden zu lassen. Die Heidelberger Sinfoniker agieren auf höchstem Niveau, was Zusammenspiel, Abstimmung der Phrasierung, Transparenz und Feinfühligkeit der Linienführung anbelangt. Dass bei einer solch zackigen, lebhaften Interpretation das ‘Andante’ nicht nur als sanfter Erholungsort fungieren kann, ist klar. Aber das muss es auch nicht, wie Fey zeigt; denn lyrische Sanglichkeit (die hier mit nobler Phrasierung geboten wird) ist mit klangvoluminöser Sanftheit nicht zu verwechseln. Besonderes Lob gilt den Bläsern, die hier den Streichern gleichwertig zur Seite stehen. Ein wahrer Ohrenschmaus sind die heftig zupackenden Hörner, deren aufgerauter Klang der Interpretation ihren Stempel aufdrückt.

Fabelhafte Auswahl: Fast noch interessanter und fesselnder als die c-Moll-Sinfonie ist Mendelssohns eigene Bearbeitung der Streichersinfonie Nr. 8 B-Dur in der Version für volles Orchester (Streicher, Bläser, Pauke). Hier wird vor allem im Finale ein höchst spannendes Spiel mit motivischen Versatzstücken quer durchs tonale Dickicht veranstaltet, das Fey und sein brillantes Orchester mit viel Sinn für Spannung entfachen. Als Zusatz gibt es dann noch den unter ‘Streichersinfonie Nr. 13) firmierenden c-Moll-Satz, in dem sich Mendelssohn als ein mit allen Wassern der Kontrapunktik gewaschener Jungspund erweist, der auch schon mal in der Durchführung großszlig;e Geschütze aufzufahren weißszlig;. Der wunderbar schlanke, schlackenlose Klang der Heidelberger Sinfoniker wurde in einem sehr direkten, transparenten Klangbild eingefangen. Auch die dynamische Schattierung (durchaus auch mit Extremen) wird bestens abgebildet.

Damit gelingt Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern eine hervorragende Einspielung der Ersten Sinfonie und der Streichersinfonie Nr. 8, die durchaus Referenzstatus beanspruchen darf. So jung, frisch, unverbraucht und ungeheuer schwungvoll hört man Mendelssohn (leider selten). Wir freuen uns auf die Fortsetzung.

www.klassik.com, Deutschland

Bei dieser Aufnahme wird klar, warum Mendelssohn als Klassizist bezeichnet wird. Denn bei den beiden Streichersinfonien weisen die Heidelberger Sinfoniker den Weg zurück nach vorn. Da ist es besonders interessant, einmal die achte Streichersinfonie in der vom Komponisten selbst besorgten Version mit Bläsern zu hören. Hier wie auch in der Sinfonie op. 11 machen Thomas Fey und seine Mannen Ernst mit den originalen Tempi der Ecksätze, ohne aber die Phrasen nur oberflächlich abzuschnurren. Gepaart ist dieses interpretatorische Risiko mit gewohnter instrumentaler Souveränität. Den kommenden Folgen der Gesamteinspielung darf man mit Spannung entgegensehen.

FonoForum, Deutschland

Durchweg erfreulich ist die Neueinspielung der bedeutenden D-Dur-Streichersinfonie in der Erweiterung für Sinfonieorchester, deren Einleitung hörbar das Thema aus Bachs Kunst der Fuge aufgreift und die als Mendelssohns eigentliche erste sinfonische Arbeit zu gelten hat. Fey verpasst ihr die lange überfällige Frischzellenkur.

Alles in allem also ist diese Aufnahme der vielversprechende Auftakt einer neuen Gesamteinspielung.

www.klassik-heute.com, Deutschland

Thomas Fey und die Heidelberger Sinfoniker präsentieren hier die erste CD eines Zyklus, welcher der definitive Mendelssohn-Zyklus des 21. Jahrhunderts sein wird! Der Dirigent hat ein tiefes Verständnis der Musik Mendelssohns; die Aufnahmen fangen die Brillanz und das Feuer, die der musikalischen Phantasie des jungen Komponisten eigen sind, mit größter Helligkeit ein. Dabei wird die gesamte Bandbreite des einzigartigen Orchesterklangs der Heidelberger Sinfoniker ausgenutzt. Von der 8. Streichersinfonie hat Fey die seltene und faszinierende Bearbeitung für großes Sinfonieorchester aus Mendelssohns Feder gewählt, so dass die CD im derzeitigen Katalog klassischer Musik ohne Konkurrenz dasteht.

www.pristineclassical.com, Frankreich

Mendelssohn als junger Wilder
Jugendlicher überschwang charakterisiert nicht nur die frühen Orchesterwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy sondern auch den Gründer und Dirigenten der Heidelberger Sinfoniker, Thomas Fey, dessen Neuaufnahme eine Auswahl dieser genialen Jugendstreiche enthält. [...] Mendelssohn vollendete seine Streichersinfonie Nr. 8 im Alter von 13 Jahren. Drei Tage später entwarf er eine zweite Fassung mit Bläsern, der Fey und die Heidelberger Sinfoniker in dieser Aufnahme den Vorzug geben. Die Streicher spielen auf modernen, die Bläser auf historischen Instrumenten. Ein genialer Kompromiss. [...]
Im fulminanten ersten Satz der von Beethoven stark beeinflussten c-Moll-Sinfonie legt Fey ein Tempo vor, das dem Ungestüm der Vorlage vollauf gerecht wird. Der hell getönte, kraftvolle Klang der Heidelberger Sinfoniker spiegelt den jugendlichen übermut der Sinfonie adäquat wider. [...] Es mag unüblich sein, Mendelssohn in einem Atemzug mit Giganten wie Beethoven oder Mozart zu nennen, aber die neue Aufnahme von Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern vermittelt mit voller Wucht die erstaunliche Begabung dieses jungen Wilden.

Minnesota Public Radio (USA)

Ludwig van Beethoven: Sinfonien Nr. 4 & Nr. 6 - 2001

Fey präsentiert uns hier eine weitere glanzvolle CD, risikofreudig und von unerwarteter Originalität ... Seine 'Vierte' legt er gleich einem Schauspiel an, das außerordentliche Lebhaftigkeit mit extremer Euphorie vereint (der Jubel der Musiker lässt den Klangraum bersten!), und dessen Überdramatisierung diese doch so oft heruntergeleierte Partitur jeglicher beruhigender Sicherheit beraubt. Sein Beethoven lodert und knistert am Rande des Zusammenbruchs ... Er vereint sowohl die Ausarbeitung von Details als auch das unaufhaltsame Fortschreiten mit einer verblüffend intelligenten Lesart und struktureller Einheit. Nicht weniger bemerkenswert seine 'Pastorale', sicherlich näher an Haydn als an der Vorromantik ... In diesen beiden Sinfonien haben weder Norrington noch Harnoncourt noch Gardiner, seine Hauptrivalen auf diesem Gebiet, vergleichbare Höhen erreicht; Höhen, welche einzig Barenboim - freilich mit einer vollkommen anderen Sichweise - kürzlich zu übertreffen imstande war.

Répertoire des disques compacts, Frankreich

Viele von uns waren nicht schlecht erstaunt über die erste CD des Beethoven-Zyklus (Sinfonien Nr. 1 und 2) mit Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern: Durch den Einsatz historischer Blechblasinstrumente und Pauken erzielen sie einen ganz speziellen Klang, der schon zum Markenzeichen ihrer Interpretationen des Bonner Genies geworden ist. „Jede Aufführung ist eine Uraufführung“ lautet das selbstgewählte Motto dieser herausragenden Musiker. Feys Interpretationen zeugen einerseits von seiner Vergangenheit als Harnoncourt-Schüler, andererseits aber von seiner Suche nach einem ganz persönlichen Werkverständnis, das vom Orchester vollkommen verinnerlicht wurde.
Die „Vierte“ erklingt lebhaft, mit ausgeprägtem rhythmischen Schwung und einer geradezu kammermusikalischen strukturellen Klarheit, eingebettet in den kraftvollen Instrumentalklang der Tutti-Passagen, wenn das gesamte Orchester loslegt. Die Streicher sind ein wahres Wunder an Genauigkeit und Perfektion, und in diesem Sinne wäre schon das Finale Allegro ma non troppo Grund genug für eine nachdrückliche Empfehlung dieser wunderbaren Einspielung. Die „Pastorale“ ist dann reine Poesie. Die Klangfarbe der historischen Blechblasinstrumente verleiht Feys Interpretation besonders im fünften Satz, dem poetischen Allegretto, eine unverwechselbare Note. Doch nicht allein wegen des wundervollen Timbres der Blechbläser (und auch aller anderen Stimmgruppen) verdient diese „Pastorale“ zu den besten der letzten Jahre gezählt zu werden, sondern vor allem wegen ihres erlesenen Lyrismus und der beispielhaften Klarheit in der Herausarbeitung der musikalischen Linien.
Während so manche Star-Dirigenten (zum Beispiel Ozawa) in ihren Einspielungen bei großen Labels zu diesen Werken wenig zu sagen haben und trotzdem gefeiert werden, verwirklichen Fey und seine Truppe hier ganz im Stillen und ohne großen Marketing-Rummel einen meisterhaften und äußerst frischen Beethoven-Zyklus.

CD Compact, Spanien

Superlative sind gefährlich, doch angesichts dieser überragenden CD kann man sie leichten Herzens riskieren: Dies sind die in ihrer Detailtreue fesselndsten, engagiertesten, emotional reichsten und lebenssprühendsten Aufnahmen von Beethovens Vierter und Sechster Sinfonie, die ich seit langem gehört habe.

Classics Today, USA

Ludwig van Beethoven: Sinfonien Nr. 1 & Nr. 2 - 2000

Mit kräftigem Furor durchpflügen die Heidelberger Sinfoniker hier den Kopfsatz der ersten Sinfonie, kehren die instrumentalen Widerborstigkeiten mit Genuss nach außen und erforschen die Dialektik der Durchführung mit kessem Schritt. Kein Zweifel: Die Unbotmäßigkeit des eröffnenden Dominantseptakkords wird hier zum Programm. Fey ist eine erfrischende Lesart gelungen, die bei allem Respekt vor dem Notentext den Blick für die Korrespondenz der Sätze untereinander nicht verliert. Das Orchester sorgt für luzide Durchhörbarkeit, beweist aber auch, dass es kraftvoll zupacken kann: Wenn das Finale der C-Dur-Sinfonie einsetzt, hat das schon fast Brucknersche Dimensionen. Auch die Komplexität des Kopfsatzes der zweiten Sinfonie ist bei den Heidelbergern in guten Händen. Das Misterioso, das etwa die langsame Einleitung leise durchzieht, wird von den Akzenten nicht um seine Balance gebracht, sondern nurmehr mit unruhigen Irrlichtern angereichert ... Insgesamt verspricht der Feysche Beethoven-Zyklus eine vielversprechende Lesart zu werden.

Klassik heute, Deutschland

Kaum hat Thomas Fey mit seiner Haydn-Sinfonien-Gesamteinspielung begonnen, schon kommt die erste CD seines Beethoven-Zyklus heraus - und sie ist unverschämt gut! Nun, es gibt heutzutage mehr Beethoven-Zyklen als funktionierende Münztelefone (kennen Sie die noch?), darunter einige von Dirigenten aus der historisierenden Ecke. Aber Fey ist nicht nur ein erstklassiger Musiker; er ist ein ungemein vitaler Interpret mit eigenem Kopf, der wirklich etwas zu sagen hat. Bei Schlagzeug und Blechbläsern bevorzugt er historische Instrumente wegen ihres scharfen, direkten Klangs, entscheidet sich aber andererseits für eine moderne Streichergruppe mit ihrer Flexibilität in Klangfarbe und Ausdruck. Der Kopfsatz der ersten Sinfonie hebt, nach seiner langsamen Einleitung, förmlich ab in halsbrecherischer opera buffa-Manier, und das ohne jegliche Einbuße hinsichtlich Artikulation oder Kontrolliertheit. Das Andante ist graziös und transparent, das geschmeidige Scherzo eher tänzerisch als ungestüm vorwärtsdrängend. Im Kontrast dazu entwirft Fey die zweite Sinfonie in breiteren Pinselstrichen und mit reicheren Orchesterfarben. Den langsame Satz, ‚Larghetto', wird von ihm nicht, wie von vielen anderen Dirigenten, als ‚Andante' fehlinterpretiert, und er erzielt so einen geisterhaften, glasharmonika-artigen Klang der Streicher, die ihr Vibrato offenbar kollektiv an der Garderobe abgegeben haben. Das Scherzo kommt kraft- und schwungvoll akzentuiert daher, das Finale ist getrieben von unerbittlichen, aber niemals sich überstürzenden Wogen orchestraler Energie. Und zu allem Überfluss sind die charaktervollen Interpretationen dieser CD außerordentlich gut Aufnahme:. Nur wenige Beethoven-Zyklen haben einen derart heftigen und aufregenden Start hingelegt wie dieser.
Bring on the Eroica!

Classics Today, USA

Man sollte meinen, an guten Aufnahmen von Beethovens Symphonien herrsche kein Mangel, und man müsse da nicht auf die Heidelberger Sinfoniker warten. Wenn diese Produktion dennoch nicht überflüssig erscheint, so ob ihres künstlerischen Profils. Abgesehen von der hier gebotenen technischen Perfektion steuert Thomas Fey einen Beethoven an, der mit seinen heftigen Akzenten und dynamischen Kontrasten keinen Zweifel daran lässt, dass hier eine revolutionäre symphonische Sprache anhebt, die auf Herausforderung abzielt. Selbst der Scherz des Finale-Anfangs der Ersten mit seiner ‚Verzögerungstaktik' spricht hier nicht mehr die Sprache ähnlicher Scherze Haydns ... So, wie sie hier gezeichnet werden, scheint der Weg von diesen Erstlingen zur Eroica zwangsläufig. Das macht das Besondere der Aufnahme aus.

Stereoplay, Deutschland

Wie weit sich Beethoven schon in seinen ersten beiden Sinfonien vom Bisherigen entfernt hatte, das zeigt Thomas Fey – wenn auch nicht als Erster, so doch mit besonderem Nachdruck – mit diesen Einspielungen. Die Musik strotzt vor überschäumender Energie, ist vital bis an die Schmerzgrenzen der dissonanten Hörner-Einsätze im Kopfsatz der Zweiten und revolutionär in ihren wilden Kontrasten ebenso wie in ihrer ans Egozentrische reichenden, voll ausgeprägten Individualität. Fey liest die Partituren genau und befolgt sie bis ins letzte dynamische Detail, und doch verlässt der Dirigent dabei nie seine eigene Sichtweise, ist nicht ‚Vollstrecker‘ von Noten, sondern Interpret ... Er deutet beide Sinfonien als kontinuierlich aufsteigende Rampe zur großen, heroischen Dritten.

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Diese Beethoven-Einspielung erreicht dasselbe Niveau wie die überragenden Aufnahmen von David Zinman und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Die ungemein zügigen Tempi sind elastisch und geschmeidig, der Ablauf besitzt in jedem Moment eine fulminante Dynamik, die Phrasierung artikuliert ungemein plastisch die Satzanlage. Das Orchester spielt unverkrampft, virtuos und mit einer begeisternden, ansteckenden Laune; es stürzt sich voller Abenteuerlust, aber niemals kopflos, in die Musik hinein. Die Streicherbesetzung ist reduziert, so dass die Bläser dominieren; deshalb wirkt das Tutti farbiger, perspektivenreicher, rauer als gewohnt. Die Musiker aus Heidelberg differenzieren im Detail, weshalb selbst analog gestaltete musikalische Ereignisse unterschiedliche Bedeutungen erhalten ... Man möchte der Einspielung die weite Aufmerksamkeit wünschen, die sie verdient.
(Musik:5 Sterne Klang:5 Sterne)

FonoForum, Deutschland

Eine Hörprobe dürfte schnell in Erstaunen setzen: Die Aufnahme ist ein bemerkenswertes Produkt aus der zweiten Generation historischer Aufführungspraxis und lässt einen wortwörtlich mit Pauken und Trompeten aus dem Hörschlaf altklassischen Heroen-Einerleis erwachen ... So frisch, so spielfreudig im ursprünglichen Sinne gab es Beethovens Sinfonien Nr. 1 und 2 schon lange nicht mehr zu hören. Man greife beispielsweise den vierten Satz der ersten Sinfonie heraus: Donnerschlag, zögernde Tonleiteraufgänge, geradezu suchend und geheimnisvoll, die sich dann mit schon italienisch zu nennendem Brio als reiner Auftakt herausstellen und so viel Drive, so viel Witz mitbringen, dass der Satz gelingt - fast will man sagen: nur gelingen kann. Alles ist leicht und dabei sauber und klar gespielt. Das Blech klingt strahlend und zupackend, das Tempo ist insgesamt herausfordernd und bissig, und da, wo es finster wird, ballt sich das Ensemble mit solcher Wucht und Willensstärke zusammen, mit solcher Unbedingtheit, wie sie nur wirklich leidenschaftliches Spiel zutage bringen kann. Fey und die Heidelberger Sinfoniker machen aus Beethoven wieder den jungen, verwegenen Mann, den musikalischen Revoluzzer, der seine Altvorderen zwar gut studierte, doch keine Scheu hatte, mit mozartschen und haydnschen Traditionen zu spielen, um dem neuen Stil auch sein Siegel aufzudrängen. Schließlich wollte er hoch hinaus, und das ist ihm gelungen.

Klassik online, Deutschland

Carl Philipp Stamitz: Konzerte für Viola d'amore - 2004

Packende Ouvertüren
Der Dirigent Thomas Fey gründete 1987 das Schlierbacher Kammerorchester, aus dem 1993 die Heidelberger Sinfoniker hervorgingen. Sie haben bereits ein beachtliches Repertoire eingespielt, das weltweit Beachtung fand. Die Einspielung der Beethoven-Sinfonien No. 4 und 6 wurde für den Cannes Classical Award nominiert. Fey hat sich auch intensiv mit der historisierenden Interpretation auseinander gesetzt. Das spürt man in jedem Takt dieser ausserordentlich klangschönen CD. Live aufgenommen, erklingen Ouvertüren von Salieri, Mozart, Beethoven, Rossini und Brahms. Erstaunlich, wie Fey gerade bei Rossini und Mozart neue Aufrisse und Facetten zu zeigen weiss, die den Hörer aufrütteln. So werden etwa «Le Nozze di Figaro» und «Entführung aus dem Serail» mit Verve und dramatischer Kraft - immer nobel im Klang - interpretiert. Beethoven wird nicht verhetzt wie bei Zinman. Brahmsens akademische Festouvertüre nimmt er sehr zupackend und vorwärtsdrängend. Eine erfreuliche CD mit einem jungen, vor Musikalität strotzenden Orchester.

Thurgauer Zeitung (Schweiz)

Carl Philipp Stamitz: Konzerte für Viola d'amore - 2004

Diese CD gehört zum Besten, was ich je auf der Viola d’amore gehört habe – eine gelungene Werbung für den oft belächelten Komponisten wie für das lang vergessene Instrument. Dieses bringt Gunter Teuffel warm in der Tiefe, jubelnd ohne Schärfe in der Höhe, zum Singen. Mit knisternder Vitalität und mitreißender Frische musizieren die Heidelberger Sinfoniker.

Die Viola, Deutschland

Georg Friedrich Händel: Concerti grossi op. 6 - 2004

Die erste CD von Thomas Feys 2003 gegründetem Barockensemble ‚La Passione‘ erscheint beim Label ‚Accent‘, das sich in den 25 Jahren seines Bestehens einen vorzüglichen Ruf fürs Barocke erworben hat. Fey und die Barock-Spezialisten der Heidelberger Sinfoniker auf historischen Instrumenten haben sich hier also in sehr prominentem Umfeld (Kuijken, Junghänel) zu bewähren – was den Musikern aber auch gar keine Mühe macht. Vier Concerti grossi aus der berühmten 12-teiligen Konzertsammlung op. 6 von 1739 sind darauf vereinigt, die Thomas Feys Händel-Leidenschaft und die seiner Truppe eher in dunklen Moll-Farben malt. Das aber ausgesprochen glut- und druckvoll, kantig und doch selbstverständlich, und mit hörbarem Mut zum Risiko – immerhin hat man im Tonstudio van Geest ja auch äußerst spitzohrige Aufnahmeleiter zur Verfügung.

Scala – Kultur im Rhein-Neckar-Dreieck, Deutschland

Fey bürstet seinen Händel kräftig gegen den Strich, entfacht eine unruhige, stürmische Atmosphäre ... In spieltechnischer Hinsicht ist ‚La Passione‘ dem alten Concentus Musicus Wien von Nikolaus Harnoncourt deutlich überlegen.

Klassik heute online, Deutschland

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte - 2000

Das hell leuchtende Klangbild und die spannungsgeladene Musizierfreude des Schlierbacher Kammerorchesters unter Thomas Fey springen den Hörer hier förmlich an ... sie lassen keinen Zweifel daran, dass dem Pianisten Gerrit Zitterbart bei seinen sprühend intelligent formulierten Mozart-Deutungen ein außergewöhnliches Ensemble mit unverwechselbarer Persönlichkeit zur Seite steht. Zumal den Finalsatz des »Jeunehomme-Konzerts« hat man in derartig kühner Quecksilbrigkeit noch selten gehört ...
(Musik:1 Sterne Klang:1 Sterne)

Klassik heute, Deutschland

Diese Interpretationen von frühen Mozart-Konzerten können mit den besten derzeit erhältlichen Aufnahmen dieser Werke spielend mithalten. Dirigent und Pianist sind in stetem, intensivem Dialog miteinander ... Von einem solchen Mozart kann man nie genug bekommen.

Classics Today, USA 

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte 1-4 - 1997

Die jungen deutschen Musiker bieten eine wundervolle Interpretation der vier »Pasticcio-Konzerte« Mozarts ... Die stilistische Korrektheit wird noch übertroffen von Enthusiasmus, Stärke des Ausdrucks und geglücktem Sinn für Dramatik. Gerrit Zitterbart und Thomas Fey haben zu einer idealen Verbindung gefunden, zu einer Partnerschaft, wie sie selten zu finden ist.

Le Monde de la Musique, Frankreich

Wolfgang Amadeus Mozart: Drei Klavierkonzerte KV 107 - 1996

Mehr als nur ansprechend ... Eine erstrangige Aufnahme des exzellenten Schlierbacher Kammerorchesters unter Thomas Fey.

Jerusalem Post, Israel

Bestes Mozart-Spiel, leuchtend im Allegro, verinnerlicht im Andante...

Klassik heute, Deutschland

Joseph Haydn: Klavierkonzerte - 1999

In den langsamen Sätzen ... folgt man dem Pianisten auch bei hauchfein gesetzten Rubati aufs Genaueste und mit musikalischer Eleganz. In den schnellen Rahmensätzen brillieren Solist und Orchester mit impulsiver Verve und exzellentem Zusammenspiel.

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Zitterbart versteht es grandios, sich auf die Anforderungen dieser Werke einzustellen, den Witz und die extrem sprühende Agogik der Ecksätze auszudeuten. Das Schlierbacher Kammerorchester agiert unter Thomas Fey virtuos und punktgenau, folgt dem Pianisten agil in jede Richtung und vermag auch die Feinheiten direkt in feinsinnigen Klang umzusetzen. Schön auch, dass dieses Kammerorchester sich mit den Ideen der Historischen Auffühungspraxis vertraut machte und die langsamen Sätze in den Streichern nicht durch übertriebenes Vibrato tötet, sondern im Pianissimo ruhig dahinfließen läßt.

Piano News, Deutschland

Zitterbart musiziert wunderbar ... im Schlierbacher Kammerorchester findet er einen kongenialen Partner. Eine glasklare Interpretation.
(Musik:5 Sterne Klang:5 Sterne)

FonoForum, Deutschland

Antonio Vivaldi: "Die vier Jahreszeiten" - 2000

Zu Vivaldis Zeiten saß den Menschen der Schrecken vor der Natur tatsächlich noch in den Gliedern: Als der berühmte Virtuose seine ‚Le quattro stagioni'-Concerti für Violine und Orchester schrieb, wusste man noch, was es heißt, im Schneesturm nicht rechtzeitig nach Hause gekommen zu sein. Der Geiger Matthias Metzger und die Heidelberger Sinfoniker unter Thomas Fey spielen die Werke unter der Prämisse, alles zu vergessen, was unser Leben heute so angenehm macht: von der Zentralheizung bis zum satten Streichervibrato ... Mit ungeheurer instrumentaler Präsenz fühlen sie diesen in Musik gefassten, sehr realistischen Beschreibungen des Jahreslaufs nicht nur souverän und ideenreich nach, sondern zeigen mit aller gebotenen Drastik auch die existenziellen ängste der Menschen in der Natur. Vivaldis viel gespielter Konzerthit wird so zum faszinierend lebendigen Bilderbogen von höchster Erlebnisdichte. Spannender und inhaltlich reicher hat man diese Konzerte kaum je gehört – ein musikalisches Fest für Liebhaber des Besonderen und ein wahres Sammlerstück.

Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Neujahrskonzert 2004 - Live - 2004

Zum zehnten Geburtstag hat sich Heidelbergs feines Freelance-Orchester einen Live-Mitschnitt seines Neujahrskonzerts 2004 gegönnt. Aufhorchen lässt die stilistische Vielseitigkeit der Sinfoniker – und eine Brahmssche »Akademische Festouvertüre«, wie man sie sich hymnisch aufschwingender und klangschärfer kaum vorstellen kann. Ein Stimmungsheber auch im Sommer.

Stadtmagazin meier, Deutschland