Reinhard Goebel

Reihnard Goebel. © Josep Molina

„Er ist der Schatzsucher, der Goldfinger der Musikszene.“
BR, 5. November 2015

Als „Ikone der Alten Musik“ verehrt ihn die Süddeutsche Zeitung und als „Erleuchtung in einem Meer von Mittelmäßigkeit“ pries ihn die New York Times. Reinhard Goebel ist auf das Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert und hat wesentlich zur neuzeitlichen Wiederentdeckung von Komponisten wie G.P. Telemann, J.C. Bach und J.D. Heinichen beigetragen. Als Vermittler der historischen Aufführungspraxis an moderne Symphonie- und Kammerorchester sowie Alte Musik Ensembles und als unversiegbare Quelle für Repertoireschätze ist er ein weltweit gefragter Spezialist. Reinhard Goebel war Gründer und 33 Jahre lang Leiter der legendären Musica Antiqua Köln. Mit seiner Fähigkeit, als Dirigent auf einzigartige Art und Weise die Leidenschaft für Musik mit einer akribischen Quellenkenntnis zu amalgamieren, inspiriert, fesselt und polarisiert er die zeitgenössische Orchesterlandschaft. Auf die Interviewfrage, ob zu viel Wissen der Musik schaden könne, antwortete er: „Das kann nicht sein, das Wissen ist doch die Quelle der Inspiration! Das ist atemberaubend. [...] Das Wissen kann berauschen. Und das Mehr-Wissen berauscht noch mehr.“ (VAN Magazin, 2.3.2016). In den kommenden Saisons blickt er musikalischen Begegnungen mit u.a. Les Violons du Roy, den Hamburger Philharmonikern, dem Konzerthausorchester Berlin,  dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Royal Northern Sinfonia, dem Wiener Kammerorchester, den Bamberger Symphonikern, der Philharmonie Zuidnederland, dem Orchestra della Svizzera Italiana und dem Finnish Radio Symphony Orchestra entgegegen.

In 2017 erscheinen bei Sony Classical gleich zwei Tonträger: eine Neuaufnahme der Brandenburgischen Konzerte mit den Berliner Barock Solisten und anlässlich Telemanns 250. Todestag und dem Reformationsjubiläum eine Weltersteinspielung des Telemann-Reformationsoratoriums „Holder Friede, Heilger Glaube“  mit der Bayerischen Kammerphilharmonie und dem Chor des Bayerischen Rundfunks.

Reinhard Goebel hat u.a. mit Klangkörpern wie den Berliner Philharmoniker, der Sächsische Staatskappelle Dresden, der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, den Berliner Barock Solisten, den deutschen Rundfunk-Sinfonieorchestern von Frankfurt (HR), Köln (WDR), Hannover (NDR), München (BR), Leipzig (MDR) und Saarbrücken (SR), der Academy of Ancient Music sowie den Taipei, Melbourne und Sydney Symphony Orchestras zusammen gearbeitet. Er ist Erster Gastdirigent der bayerischen kammerphilharmonie Augsburg und seit Herbst 2010 in der Nachfolge von Nikolaus Harnoncourt Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum in Salzburg.

CD-Aufnahmen mit Reinhard Goebel liegen bei allen großen Labels vor: bei der Deutschen Harmonia Mundi, bei der Deutschen Grammophon, bei Sony BMG und bei Oehms Classics. Im Februar 2008 wurde Reinhard Goebel mit der südkoreanischen Geigerin Yura Lee und der bayerischen kammerphilharmonie für seine CD „Mozart in Paris“, die anlässlich des Augsburger Mozart-Fests 2007 erschien, mit dem bedeutenden „Diapason d’Or“ ausgezeichnet, ein Preis, den er zuvor bereits für zahlreiche Aufnahmen seiner Musica Antiqua Köln entgegengenommen hatte. Im Frühjahr 2010 erhielt er für seine von der Deutschen Grammophon neu editierte Aufnahme „Le Parnasse Francais“ mit Musica Antiqua Köln erneut den Diapason d’Or, der ihm bereits für die ursprüngliche Aufnahme aus dem Jahre 1978 verliehen worden war.

Lübeck würdigte Reinhard Goebel 1984 mit dem Buxtehude-Preis, Magdeburg 2002 mit dem Telemann-Preis. 1980 erhielt er schon den Siemens-Förderpreis und aus den Händen des späteren Bundespräsidenten Johannes Rau, 1997 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Im April 2007 nahm Reinhard Goebel den IAMA Award in London entgegen.
2015 wurde er vom BBC Music Magazine in die Liste der 20 besten Geiger aller Zeiten gewählt.

Frieder Bernius

Frieder Bernius
Frieder Bernius. © Gudrun Bublitz

Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem seine selbstgegründeten Ensembles: der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Konzertreisen führten ihn zu allen wichtigen internationalen Festivals. Als Gastdirigent hat er u.a. mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem London Philharmonic Orchestra und dem Stuttgarter Kammerorchester zusammen gearbeitet. Über 80 vielfach ausgezeichnete Tonträger dokumentieren sein Schaffen. Seit 1998 ist Frieder Bernius Honorarprofessor der Musikhochschule Mannheim. Zum Mendelssohn-Jahr 2009 konnte er die zwölfteilige Gesamteinspielung des geistlichen Vokalwerks Mendelssohns abschließen. 1993 wurde Frieder Bernius für seine Verdienste um das deutsche Musikleben das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 2001 der Robert-Edler-Preis für Chormusik. 2002 wurde er mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, 2004 erhielt er den Preis der Europäischen Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd und im Juni 2009 die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.

Frieder Bernius, der die Heidelberger Sinfoniker schon lange für seine aufregenden Einspielungen der Haydn-Sinfonien beim Label hänssler classic schätzt, wird im Oktober 2015 erstmals am Pult der Sinfoniker stehen.

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Sebastian Tewinkel

Sebastian Tewinkel
Sebastian Tewinkel. © Astrid Ackermann,
Münchner Philharmoniker

Sebastian Tewinkel zählt zweifellos zu den führenden deutschen Dirigenten seiner Generation. Er war Stipendiat der Karajan-Stiftung Berlin und des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates und gewann kurz darauf wichtige Wettbewerbe: 2000 erhielt er den ersten Preis des Dirigierwettbewerbs der Stiftung Fundação Oriente in Lissabon, 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis.
Tewinkel stand als Gast für Konzerte, CD- und Rundfunkproduktionen u.a. am Pult der Philharmonischen Orchester in Augsburg, Hagen, Halle und Stuttgart, bei den Bamberger Symphonikern sowie bei Rundfunk-Klangkörpern des NDR, SWR und BR. Nahezu alle deutschen Kammerorchester haben unter seiner Leitung musiziert. Im Bereich des Musiktheaters profilierte er sich mit Opernaufführungen von Verdi, Puccini, Mozart und Wagner.
Auch international wird Sebastian Tewinkel als Dirigent verpflichtet, so z.B. beim Sinfonieorchester Sofia, dem Orquestra Metropolitana Lissabon, den Festival Strings Lucerne, dem Iceland Symphony Orchestra und dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra.

Von 2002 bis 2013 war Tewinkel künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Seit 2011 ist er Professor für Orchesterleitung an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.
Ein Highlight seiner bisherigen Karriere war die Echo-Klassik Verleihung 2012, bei der Tewinkel  für die Sony/BR-Produktion von Cellokonzerten von Dvorak und Saint-Saens mit Maximilian Hornung und den Bamberger Symphonikern ausgezeichnet wurde.

Mit seinem fordernden Temperament und präziser musikalischer Vorstellungskraft schafft Tewinkel es, Klangkörper immer wieder aufs Neue zu Höchstleistungen anzustacheln und gleichzeitig kollektive Musizierfreude zu verströmen. Diese Erfahrung machten auch die Heidelberger Sinfoniker, als sie mit ihm in dem Tourneeprojekt „La Chasse“ im März 2015 erstmals gemeinsam auf der Bühne standen.

Stefan Klingele

Stefan Klingele
Stefan Klingele. © Stefan Schumacher

Stefan Klingele gastiert als Dirigent an zahlreichen europäischen Bühnen, darunter zuletzt die Semperoper Dresden, die Königliche Oper Stockholm, die Deutsche Oper am Rhein, die Wiener Volksoper, die Göteborger Oper, die Staatsoper Hannover und die Oper Oslo. In der Spielzeit 2006/07, in der Klingele als Chefdirigent die Oper Bremen leitete, wurde diese von der Zeitschrift „Die Opernwelt“ zum „Opernhaus des Jahres" gewählt. Außerdem wurde er mehrmals zum „Dirigenten des Jahres" ernannt, zuletzt für die „Tristan und Isolde"-Produktion im Sommer 2007.

In den letzten Jahren wurde Klingele häufig für Mozartaufführungen engagiert, z.B. für „Die Zauberflöte“, „Cosí fan tutte“ oder „Le Nozze di Figaro“ u.a. in Stockholm, Berlin und London. ln Konzerten leitete Klingele u.a. die Königliche Hofkapelle Stockholm, die Nürnberger Philharmoniker, das Bayerische Staatsorchester und das Dresdner Festspielorchester.

Stefan Klingele war bereits als Jugendlicher Solocellist des Akademischen Orchesterverbandes München und Assistent bei der Neuburger Kammeroper, deren musikalischer Leiter er später als 22-Jähriger wurde. Er erlangte an der Würzburger Musikhochschule Hauptfachdiplome in Dirigieren und Violoncello.

Mit seinem Credo „Positive Energie auf der Bühne überträgt sich unweigerlich ins Publikum“ hat er sich bei Musikern wie auch Zuhörern eine große Anhängerschaft erarbeitet. Mit dem Neujahrskonzert 2015 gab Stefan Klingele sein Debüt bei den Heidelberger Sinfonikern und konnte für den 1. Januar 2016 erneut verpflichtet werden.

Timo Jouko Herrmann

Timo J. Herrmann. © Christoph Dressler

Timo Jouko Herrmann (*1978) studierte Komposition bei Prof. Ulrich Leyendecker in Mannheim, Kenntnisse als Dirigent und Ensembleleiter erwarb er bei Prof. Klaus Arp. Herrmann promovierte im Fach Musikwissenschaft über „Antonio Salieri und dessen deutschsprachige Bühnenwerke“.

Herrmann komponierte u.a. Werke für das Gewandhaus zu Leipzig, die Opernschule der Mannheimer Musikhochschule, das Philharmonische Orchester Heidelberg sowie für das Sinfonieorchester der Justus-Liebig-Universität Gießen und das Sinfonieorchester TonArt Heidelberg.

Für seine Leistungen als Komponist, Violinist und Ensembleleiter wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Kompositionspreis der SAP AG und der Stadt Walldorf, Stipendien der Wilhelm-Müller-Stiftung Mannheim, der Vereinigung „Yehudi-Menuhin – Live Music Now“ und der Händel-Akademie Karlsruhe. Seit 2009 ist Herrmann künstlerischer Leiter des Festivals „Walldorfer Musiktage“.

Mit Thomas Fey und den Heidelberger Sinfonikern sowie dem Mannheimer Mozartorchester pflegt Herrmann seit Jahren eine enge künstlerische Zusammenarbeit. Er hat für die Ensembles zahlreiche Werke neu ediert sowie den Musikern viele Arrangements „auf den Leib geschneidert“. Als musikwissenschaftlicher Berater war er an zahlreichen CD-Produktionen beteiligt, zuletzt bei der Grammy-nominierten Einspielung mit Ouvertüren und Bühnenmusiken von A. Salieri, und berät die Heidelberger Sinfoniker in künstlerischen Fragen der Programmplanung.