Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 10

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 10
hänssler Classic CD 98.522
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Sinfonie Nr. 60 C-Dur "Il Distratto"
Sinfonie Nr. 61 D-Dur
Ouvertüre in D-Dur

Heidelberger Sinfoniker
Leitung: Thomas Fey

Erschienen: 2008
Aufnahme: März 2008, Gesellschaftshaus Heidelberg-Pfaffengrund

 

Kritiken zu dieser CD

Feys neue Version [der Sinfonie Nr. 60] ist schlicht umwerfend: zupackend, brillant, außerordentlich kontrastreich und fabelhaft umgesetzt (ein Sonderlob für die Hörner, etwa ihre markanten Einwürfe im Adagio). Da verstummt jede Kritik. […] Großartig!

www.classicstoday.com (USA)

Thomas Fey hat seine Nische in der riesigen Menge von Aufnahmen gefunden, seine Interpretation ist erkennbar anders. Ein frisches, kontrastreiches, affektvolles Spiel stellt sich dar durch die Heidelberger Sinfoniker. Haydn hätte es vermutlich sehr gefallen.

RBB Kulturradio

Feys fulminante Gesamteinspielung der Haydn-Sinfonien geht in die zehnte Runde. […] In Bezug auf Schärfe der Phrasierung und dynamische Wucht bleibt sein famoses, zahlenmäßig relativ kleines Orchester den Partituren nichts schuldig.
Presto-Bezeichnungen lösen bei Thomas Fey regelmäßig geradezu explosive Adrenalinschübe aus. In dieser Hinsicht braucht sein ungeschönter Zugriff den Vergleich mit Hermann Scherchens erster Fassung der »Militär«-Sinfonie nicht zu scheuen. Auf diese Weise bekommt Haydns sprichwörtlicher »Humor« eine ausgesprochen rasante Aufsässigkeit. Dafür kommen die Menuett-Sätze angemessen gravitätisch daher und der langsame Klagegesang der 60. Sinfonie hat eine anrührend zärtliche Intimität.
Feys extrem nuancierte Interpretationen konfrontieren uns drastisch mit der »affektgeladenen Kontrastmusik« des Sinfonikers Josef Haydn.

www.classicstodayfrance.com (Frankreich)

Feys Ziel ist es, gemeinsam mit den von ihm vor 15 Jahren gegründeten Heidelberger Sinfonikern, einem historisch orientierten und international hoch geachteten Klangkörper, den Hörer für die Kühnheit und Schönheit „von Haydns affektgeladener Kontrast-Musik“ zu sensibilisieren. Auf Folge 10 der Einspielung sämtlicher Haydn-Sinfonien gelingt ihm dies geradezu umwerfend. Verantwortlich dafür ist nicht nur der bestechende Impetus, mit dem er den Sinfonien Nr. 60 und Nr. 61 zu Leibe rückt. Es ist auch die Mischung von modernen Streich- und Holzblasinstrumenten mit Blechblasinstrumenten historischer Bauart, die der sehr straffen und spannungsvollen Musizierhaltung der Heidelberger mit einem überaus lebendigen und dramatischen Ton die Krone aufsetzt – kombiniert mit einem exzellent eingefangenen Orchesterklang.

Den 1774 (Sinfonie Nr. 60 C-Dur) und 1776 (Sinfonie Nr. 61 D-Dur) entstandenen Werken hört man noch ihren höfischen Hintergrund an. Wenn beiden auch die Ausdruckskraft der Pariser Auftragskompositionen oder der Londoner-Sinfonien fehlen mag, so sind sie doch voller origineller Erfindungs- und Charakterisierungskunst, reich an Humor sowie an dynamischen und rhythmischen Überraschungen. Was die sechssätzige Sinfonie Nr. 60 an Form- und Stimmungskontrasten aufzubieten hat, wird von Thomas Fey wohltuend frisch und mit beinahe schon betörendem Glanz herausgearbeitet: das zu versiegen drohende musikalische Geschehen in der Ouvertüre, die erst nach zwei Anläufen und einem kraftvollen Orchestertutti in Gang zu kommen scheint; das gegeneinander Anspielen von Streichern und Bläsern, der Wechsel von serenaden- und marschähnlicher Gestaltung im zweiten Satz; die unerwartet rustikale Melodik im Presto; und schließlich die herben dynamischen Kontraste im schwärmerischen 5. Satz, die bereits den Beginn des Finales erahnen lassen sowie das von Haydn in das Prestissimo-Finale hinein komponierte Nachstimmen der Violinen.

In beiden Sinfonien kommt dem rhythmischen Element eine entscheidende Bedeutung zu. Deutlich unterstreicht Thomas Fey dies in den spritzigen Ecksätzen, selbst in der unwiderstehlichen Prestissimo-Gangart des Finales der Sinfonie Nr. 61 mit hinreißendem Überschwang und offen gelegten Stimmführungen. Den richtigen Ton trifft Fey auch in den Mittelsätzen der D-Dur-Sinfonie: in der Unbeschwertheit des Menuetts und der mitunter fast ein wenig spröde formulierten Innigkeit des Adagios. Das vielleicht bezwingendste Merkmal dieser wirklich hervorragenden Einspielung ist die absolute Zielgenauigkeit dynamischer Effekte und der gesamten dynamischen Gestaltung – und zwar ohne auf eine gewisse Exzentrik zu setzen, die manch anderen Haydn-Aufnahmen in historisch informierter Musizierpraxis eigen ist.
10/10 Punkte

www.klassik-heute.com

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