Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 20

Joseph Haydn: Sinfonien Vol. 20
hänssler Classic CD 98.012
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Sinfonie Nr. 43 Es-Dur »Merkur«
Sinfonie Nr. 25 C-Dur
Sinfonie Nr. 36 ES-Dur

Heidelberger Sinfoniker
Leitung: Thomas Fey

Erschienen: August 2013
Aufnahme: Januar 2013

 

Kritiken zu dieser CD

Haydn und sein Bauchladen
Die hohe Erwartung an die neue Folge im Rahmen der Haydn-Gesamteinspielung durch die Heidelberger Sinfoniker wird mit einer musikalisch hervorragenden, mustergültigen Aufnahme vollauf bestätigt.

Mit seinen schrägen Phrasenbildungen, seinen kontrapunktischen Miniatur-Imitaten und den vorzüglich behandelten »blasenden Instrumenten« schlägt Haydn »seinen Bauchladen« auf, so eine Charakterisierung der Sinfonie Nr. 25 in C-Dur von Joseph Haydn im Beihefttext der vorliegenden Aufnahme. Die Werkeinführung von Eckhardt van den Hoogen vermag in sehr illustrativer und gleichzeitig ansprechender Diktion einen ersten Eindruck der vielfältigen Kompositionsweise Haydns zu bieten, welcher durch die vorliegende Interpretation von drei Sinfonien des Komponisten durch die Heidelberger Sinfoniker unter der Leitung von Thomas Fey eindeutig bestätigt werden kann.

Die Gesamteinspielung der Sinfonien Haydns durch die Heidelberger Sinfoniker bei Hänssler Classic geht mit vorliegender Aufnahme bereits in die zwanzigste Folge. Die Erwartung an die Leistung des Orchesters ist hoch, setzen die bisherigen durchweg erfolgreichen Haydn-Einspielungen doch eine hohe Messlatte. Wie in den bereits veröffentlichten Folgen besticht auch hier die Interpretation aufgrund der klanglich gelungenen Kombination historischer Blechblasinstrumente und Pauken mit modernen Streich- und Holzblasinstrumenten. Die klaren musikalischen Vorstellungen des Dirigenten Thomas Fey werden im höchst präzisen Spiel insbesondere der Streicher in den Sinfonien Nr. 43, 25 und 36 deutlich. Einfühlsam und niemals den schönen musikalischen Fluss unterbrechend erklingen die ungewöhnlichen Solostimmen (Violino principale und Violoncello solo) im »Adagio« der Sinfonie Nr. 36.

Vor allem aber in den schnelleren Sätzen zeichnet sich Feys Zugang durch Unnachgiebigkeit, Forcierung und Gefühl für musikalische Linien und deren Wirkung aus. Es ist erstaunlich, wie gut Fey die angemessene Dosierung musikalischer Mittel gelingt. Die häufig markant genommenen Rhythmen und die spieltechnische Präzision der Musiker wirken an keiner Stelle mechanisch oder objektivierend, sondern lassen gleichzeitig immer noch Raum für Individualität und Spontaneität. Das hohe spieltechnische und musikalische Niveau des idiomatisch agierenden und im Bereich der Klassik erfahrenen Orchesters garantiert in der selbstbewussten und entschlossenen Interpretation des finalen »Allegro« der Sinfonie Nr. 43 mit dem (inoffiziellen) Beinamen »Merkur« ein Höchstmaß ansteckender Energie.

Mit akribisch genauem, hervorragendem Zusammenspiel der Musiker und straffer Energie gelingt auch mit dieser Folge der Haydn-Gesamteinspielung eine absolut empfehlenswerte, tadellose und vorbildliche Aufnahme, die ihresgleichen sucht.

Marion Beyer, klassik.com (30.08.2013)

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