"Friedrich Hölderlin und die Musik"

17.09.2020
Im Rahmen des Heidelberger Literaturherbstes, DAI Heidelberg, verschoben vom 20. März

Deutsch-amerikanisches Institut, Sophienstr. 12, 69115 Heidelberg
Eröffnungsabend des Heidelberger Literaturherbstes
 
Der Kartenverkauf läuft ausschließlich über das DAI!
 
Programm:
Franz Ignaz Beck: Sinfonia für Streicher g-Moll op. 1 Nr. 1
Friedrich Ludwig Dulon: Allegro aus dem Konzert für Flöte und Orchester G-Dur op. 8 mit Kadenz von Friedrich Hölderlin
Franz Ignaz Beck: Sinfonia für Streicher A-Dur op. 1 Nr. 3
Hendrik Coenraad Steup: Variationen für Flöte und Orchester G-Dur über Paisiellos „Nel cor più non mi sento“ op. 1
 
Mitglieder der Heidelberger Sinfoniker
Karin Geyer -  Flöte
Timo Jouko Herrmann -  Moderation und Leitung
 
Friedrich Hölderlin und die Musik
In Hölderlins Dichtung spielt der „Gesang“ eine zentrale Rolle, den er nicht in der Auffassung von Volkstümlichkeit und Simplizität verstanden wissen wollte, sondern in dem sich als „heiligem Gesang“ das Große und Erhabene manifestieren sollte. Hölderlins Werk blieb im 19. Jahrhundert jedoch fast unbekannt, als Vorlage für Vertonungen dienten seine Gedichte erst einige Zeit nach dem Tod des Autors. Weniger bekannt ist, dass Hölderlin sich selbst zeitlebens intensiv der Musik widmete. Bereits als Zehnjähriger erhielt er Klavierunterricht, bald danach lernte er auch Flöte spielen.

Als Neunzehnjähriger erhielt er Flötenunterricht bei dem europaweit bekannten blinden Virtuosen Friedrich Ludwig Dulon, dessen Konzert op. 8 der Dichter ganz offensichtlich selbst studiert und gespielt hat. Von seiner Hand hat sich sogar eine Kadenz zum ersten Satz des Werkes erhalten.

Bei seiner Reise nach Bordeaux 1802 traf Hölderlin höchstwahrscheinlich auf den aus der Kurpfalz stammenden Komponisten und Kapellmeister Franz Ignaz Beck, der dort als Orchesterdirektor tätig war und in seinen innovativen Werken den typischen „Mannheimer goût“ mit Elementen des musikalischen Sturm und Drang vermischte.

Hölderlin blieb Zeit seines Lebens musikinteressiert; er sang, spielte weiterhin Flöte und Klavier und improvisierte gerne über beliebte Opernarien wie etwa die berühmte Cavatine „Nel cor più non mi sento“ (dt. „Mich fliehen alle Freuden“) aus Giovanni Paisiellos „La molinara“.

 

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