Konzertkritiken

Konzert mit Martin Stadtfeld am 7. Juni 2019 in Oettingen i. B.

In Oettingen werden nicht nur Stücke von bekannten Künstlern wie Mozart gespielt. Warum der Auftritt des Pianisten Martin Stadtfeld ein besonderes Ereignis war

Florian Leopold Gassmann hat ein musikalisches Schicksal erfahren, wie es so oft von Musikern erlebt wird, die während ihrer aktiven Zeit viel bewegt haben: viele Opern, Sinfonien und zahlreiche Kammermusiken geschrieben, in bedeutenden Musikzentren erfolgreich – und heute trotzdem unbekannt. Dirigent und Salieri-Experte Timo Jouko Herrmann hat Gassmann mit seiner „Sinfonie h-Moll“ im Oettinger Residenzkonzert vorgestellt, die das Mozartorchester Mannheim durch markanten Wechsel von Forte und Piano interessant entfaltete.[...]

Antonio Salieri, dessen Werke von der bis heute andauernden Popularität Mozarts in den gemeinsamen Wiener Jahren verdrängt wurden und immer noch selten gespielt werden, erfuhr mit seinem „Cantabile G-Dur für Oboe und Orchester“ und seiner wunderbaren Melodieführung die verdiente Wertschätzung des Oettinger Publikums, das dem Solooboisten Andrius Puskunigis für sein gefühlvolles Spiel freudig applaudierte.

Ein besonderes Ereignis war anschließend nicht nur der Auftritt des weltweit bedeutenden Pianisten Martin Stadtfeld, sondern vor allem seine Auswahl für das Klavierkonzert der Pianistin Nanette von Schaden, die von Ignaz von Beecke, dem Hofintendanten der fürstlichen Wallersteiner Hofkapelle unterrichtet wurde. Sie lebte als Gattin des Hofrats von Schaden zur Zeit des Fürsten Kraft Ernst in Wallerstein, wo auch Antonio Rosetti komponierte, von dem mindestens der Orchesterpart stammt. Das kann man als Reverenz Stadtfelds an den für das Ries so bedeutenden Musiker verstehen, der demnächst vom 19. bis 23. Juni zum 20. Mal an den Rosetti-Festtagen gefeiert wird. Die Qualität und die Intensität der Klavierkomposition konnten durch das feinfühlig interpretierendes Spiel des Pianisten die Zuhörer überzeugen, was der anhaltende Beifall eindrucksvoll bestätigte.

Ein weiteres, kaum bekanntes Werk stellte Dirigent Herrmann mit der „Serenade F-Dur“ des Antonio Salieri vor, an dessen Werken er offenbar intensiv forscht. Diese Komposition gab den Bläsern die Gelegenheit, die Farbigkeit ihrer Instrumente zur Geltung zu bringen [...].

Als Hauptwerk und Höhepunkt des Konzertes bot Martin Stadtfeld W. A. Mozarts „Klavierkonzert B-Dur, KV 450“, mit dem er seine große Pianistenklasse bewies. Dazu trug auch das Mozartorchester mit seinem individuell gestaltenden Dirigenten in erheblichem Maße bei. Es geriet bald in einen schwingenden Modus und bereitete temperamentvoll auf Stadtfelds Einsatz vor, dessen Spiel mit fliegenden Läufen in den verschiedenen Lagen in eine fast schon schwelgerische Spielerei überging. Der hymnisch liedhafte Beginn des Andante-Satzes eröffnete dem mit gefühlvollem Piano faszinierenden Pianisten eindrucksvolle dynamische Wechsel, die vom Orchester behutsam aufgenommen wurden und in beiderseitiger Eigenständigkeit im Verlauf bis zum umjubelten Schluss tolle Bläserpassagen und elegant eingestreute Kadenzen ermöglichten.

Augsburger Allgemeine, 12.6.2019, Ernst Mayer

Konzert mit Reinhard Goebel am 28. Januar 2016 in Mannheim

"Die Köpfe machen die Musik"

"Wir wollen die Tragödie umdeuten in eine Chance für die Zukunft."

So hieß es vor einem halben Jahr aus Orchesterkreisen, als deutlich wurde, dass die Heidelberger Sinfoniker und das Mannheimer Mozartorchester - weitgehend identisch - ihre Zukunft ohne ihren Gründer und Dirigenten Thomas Fey würden gestalten müssen.

Jetzt hat auch in der Christuskirche die Zukunft begonnen, als das Mozartorchester sein zehnjähriges Bestehen konzertant beging: unter Leitung von Reinhard Goebel, dem Miterfinder einer "historisch informierten Spielweise". Goebel hat sich geändert, vielleicht sogar geläutert. Sein Stil, der nun deutlich kompatibel mit dem Mozartorchester ist, verlangt nicht mehr quasi ideologische Strenge, sondern betont die Eigenwertigkeit von Frische der Empfindung: Nicht die Instrumente, sondern die Köpfe machen die Musik. Natürlich lässt er die Streicher weiter ohne Vibrato spielen und die Hörner haben keine Ventile.

Doch die Artikulation ist präzise und auf Akzente zugespitzt, Dirigat und Tempi sind straff, das Orchester hat ein spieltechnisches Niveau, das sich lustvoll Vergleichen stellen kann. Kurzum, der Hörer freut sich über gewohnte Qualitäten beim Mannheimer Mozartorchester. Zum Beispiel die Schauspielmusik von Abbé Vogler zur Hamlet-Trgödie, die in dunkel-geschliffener Abgründigkeit auftauchte und als eigenständig-eigenwillige Musik aufbereitet wurde. Oder die Cannabich-Sinfonie in B-Dur mit kontrastreichem Biss und zielgerichteter Festlichkeit, oder die Sinfonia concertante von Johann Christian Bach in ihrem zielgerichteten Dialog von Holz und Tutti. "Con brio" ging es mit Mozarts "Pariser Sinfonie" (KV 297) ab. Die Selbstsicherheit des jungen Komponisten übertrug sich aufs Orchester. Stolz und durchlichteter Zauber. Musikalische Momentaufnahme: Nur ein Flirt mit Goebel oder eine beständige Liebesbeziehung?

B.E. © Mannheimer Morgen, Mittwoch, 03.02.2016

Konzert 18. Februar 2016 in Limburg

 

Dieses Orchester hat mehr Aufmerksamkeit verdient :

So oder ähnlich mag sie geklungen haben, die berühmte Hofkapelle des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor im Mannheim des 18. Jahrhunderts. Sie gilt bis heute als die Wiege des modernen sinfonischen Orchesterklangs und die Mitglieder des Mannheimer Mozartorchesters demonstrierten in der Limburger Stadthalle gekonnt, warum das so ist.

Das Mannheimer Mozartorchester bot in der Limburger Stadthalle großartige Unterhaltung und wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Spritzig, lebendig, kraftvoll, selbstbewusst: All diese Attribute charakterisieren den Musizierstil des jungen Mannheimer Mozartorchesters, das gleichermaßen mit Virtuosität wie mit Spielfreude praktizierte, was zu Mozarts Zeit den Orchesterstil revolutionierte. Knackige, fast mutwillige Akzentuierung, rasante Läufe, die von einer Gruppe zur anderen weitergereicht werden, hingetupfte Töne, die im Pianissimo verschwinden, um sofort von einem wuchtigen Forte-Einsatz des Orchesters kontrastiert zu werden. Dazu gesellten sich feine Bläsercantilenen, Triller und Schleifer der Violinen und ein manchmal regelrecht perkussiv daher kommender Unterbau.

Dass das Orchester wegen einer Erkrankung des Dirigenten Thomas Fey vom Konzertmeister Benjamin Spillner vom ersten Pult aus geleitet wurde, minderte den Hörgenuss dabei keineswegs. Die Musiker waren mit größter Aufmerksamkeit in Verbindung und fanden sogar noch Zeit, sich lächelnd an ihrem Tun zu freuen. Die kompakte dreisätzige Sinfonie G-Dur KV 129 von Wolfgang Amadeus Mozart [...] in der pfiffigen Interpretation der Mannheimer eroberte sie mit ihrem heiter-beschwingten Ton dennoch schnell die Herzen der Zuhörer. Ein etwas anderes Kaliber ist da schon die Sinfonie Nr. 83 g-Moll von Jospeh Haydn, wegen der witzigen Schleifer der Violinen und dem lautmalerischen „Gackern“ der Oboe auch „La Poule“ genannt. Köstlich, wie die Musiker mit Augenzwinkern und einer gewissen Penetranz diese Klangeffekte herausstellten. Schwungvoll und mitreißend kam das Werk über die Bühne und bescherte den Ensemblemitgliedern den begeisterten Schlussapplaus der Besucher. Im Mittelpunkt des Konzerts standen zwei Kompositionen, bei denen die Klarinette brillierte [...] Martin Vogel, Soloklarinettist der Heidelberger Sinfoniker, verstand es, mit perlenden Läufen und weichem, einschmeichelnden Ton die schönen Klangeigenschaften der Klarinette ins rechte Licht zu rücken [...] das tat er in schönster Zusammenarbeit mit dem Orchester, das ihn auch ohne Dirigenten präszise und einfühlsam begleitete.

Das war ein heiterer Abend voll schöner musikalischer Eindrücke, den alle genossen. Einziger Wermutstropfen: Er hätte deutlich mehr Besucher verdient. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.

Anneke Jung

Konzert mit Ragna Schirmer am 25. Oktober 2013 in Worms

 

Mannheimer Mozartorchester überzeugt bei erstem Abonnementenkonzert im Wormser Theater 

Gunter Weigand, Wormser Zeitung, 28.10.2013

 Während Wolfgang Amadeus Mozart nach seinem Tod schnell in den Komponisten-Olymp aufstieg, war seinem Konkurrenten am kaiserlichen Hof in Wien, Antonio Salieri, ein weniger schmeichelhaftes Schicksal bestimmt – in der Rezeption späterer Generationen wurde er als schulmeisterlicher, weniger begabter Konkurrent wahrgenommen, ihm sogar die Schuld an Mozarts frühzeitigem Ableben in die Schuhe geschoben. Von letzterem Vorwurf hat die Wissenschaft Salieri schon lange befreit, und auch die Musik des italienischen Komponisten erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance.

Das Mannheimer Mozartorchester unter der Leitung von Thomas Fey stellte die beiden von der Musikgeschichte als Widersacher stilisierten Komponisten im ersten Abonnementkonzert der Saison einander gegenüber, legte den Fokus aber auf deren Zeitgenossen Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven. Insbesondere die Interpretation von Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, Solistin war Ragna Schirmer, war exquisit, und hätte mehr Publikum verdient gehabt. Die an diesem Abend zu hörenden Werke Mozarts und Salieris sind von ihrer musikgeschichtlichen Bedeutung von nicht allzu großer Bedeutung, legen aber ein Zeugnis von der hohen Handwerkskunst der beiden Komponisten ab.

Eine Fülle an melodischen Einfällen prasselt hier auf den Hörer hernieder, vom Mannheimer Mozartorchester mit deutlich spürbarer Lust und Esprit dargeboten. Dirigent Thomas Fey schien in sich selbst zu ruhen, seine Bewegungen waren sparsam. Bemerkenswert das auf den Grundsätzen der historisch informierten Aufführungspraxis basierte Klangbild des Orchesters – luftig und elegant, aber an entscheidenden Stellen mit der nötigen Wucht und Vehemenz.Der Kompromiss zwischen historisch und modern – einerseits eine Phrasierung und Artikulation, die dem Zeitgeist des ausgehenden 18. Jahrhunderts verpflichtet ist, andererseits das Spielen auf modernem Instrumentarium (ausgenommen der Blechbläser), sorgte für einen frischen Klang.

Und es gab an diesem Abend noch viel mehr: Haydns Sinfonie Nr. 103 Es-Dur erklang in einer spritzigen Interpretation, die gleichfalls eine sorgfältige Ausgestaltung von dynamischen Kontrasten bereithielt. Und nach der Pause Beethovens Klavierkonzert Nr. 3, gespielt von einer wunderbaren Ragna Schirmer. Gleich ob es sich um das aufwärtsstrebende Motiv im ersten Satz oder die rasante Coda im Finale handelte, Schirmer legte eine vollendete Interpretation vor. Höhepunkt ihres Vortrags waren aber gerade die leisen, delikaten Passagen. Stets wusste sie zu überraschen, dehnte Generalpausen etwas länger als gewohnt oder akzentuierte melodische Wendungen, die man nicht unbedingt so deutlich wahrgenommen hätte. Beethoven hätte sicherlich seine Freude an ihrer Interpretation gehabt. Freude hatte das Theaterpublikum ganz offensichtlich und erklatschte sich so eine Zugabe.

Konzert mit Fazil Say am 27. Januar 2013 in Schwetzingen

Amadeus ante portas

Rainer Köhl, Rhein-Neckar-Zeitung 29.1.2013

Jubiläumskonzert mit Mannheimer Mozartorchester und Fazil Say im Schwetzinger Rokokotheater 

„250 Jahre Mozart in Schwetzingen“ feierte das Mannheimer Mozartorchester unter seinem Leiter Thomas Fey mit zwei Konzerten im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses. An dieses Ereignis, bei dem der damals siebenjährige Wunderknabe das höfische Publikum entzückte, erinnerte das Konzert mit Werken des Gefeierten. Dass man zu Märschen nicht nur marschieren, sondern sehr wohl auch tanzen kann, das zeigte die Wiedergabe der „Drei Märsche“ KV 408, in die leichtgewichtig federnder Elan und gute Laune hineingetragen wurden.

Wenn Fazil Say am Flügel sitzt, dann wird viel von Mozarts originärem Genie lebendig. Das war auch nun so, als der türkische Klaviertausendsassa das A-Dur-Konzert KV 414 musizierte und dabei auch noch die Leitung des Orchesters übernahm. Ein hedonistisches Fest machte er aus der Musik, die Phrasen und Empfindungen der Instrumentallinien dem Orchester mit lebhafter Gestik vormalend, und den eigenen Solopart gestaltete er in seiner unvergleichlichen Art: quasi improvisatorisch, mit sehr viel Spontaneität und übersprudelndem Spielwitz garniert. Der Schalk saß ihm dabei unentwegt im Nacken in der koketten Art, die Phrasen zu formulieren, sie mit federndem Drall und einer guten Portion kauzigem Witz auszustatten. Sinn für Überraschungen und gestalterischen Übermut hat Say reichlich, etwa in plötzlichen Stopps aus vollem Lauf, gefolgt von langen Generalpausen. Und nicht selten hatte man das Gefühl, er würde im nächsten Augenblick, mitten im Konzert mit dem Flohwalzer weitermachen. Ganz Amadeus eben. Auf der anderen Seite betörte der Pianist mit seiner Lyrik. Himmlische Melodien ließ er in delikatesten Valeurs schweben, gestaltete sie mit unerhörter Zartheit und Beseeltheit und träumte seinen Melodien mit poetisch schwingender Dirigierbewegung nach. Eine Mozart-Zugabe ließ er folgen: die Variationen über „Ah je vous dirais maman“, voller Pointen, Kapriolen und kleiner Tollheiten. Furiosen jazzigen Drive nicht ausgeschlossen.

Mit der frühen D-Dur-Sinfonie KV 95 ging es weiter: Lieblichste arkadische Stimmung baute das Orchester auf, flankiert von jugendfrischem Schwung und saftiger Sonorität, lodernden Läufen und scharf angerissenen Akzenten. Die „Prager“ Sinfonie D-Dur gab es zuguterletzt in einer höchst eindrucksvollen Wiedergabe mit motiviert aufspielenden Musikern. Große Beredsamkeit erreichte man von Anfang an, und die düstere Markanz des Beginns tönte gerade so, als würde der Komtur aus Don Giovanni an die Pforte pochen. Ein angenehm aufgerautes Klangbild vereinte das Mozartorchester mit seinen trefflichen Holzbläsern, den Naturtrompeten und Naturhörnern, wurde flammende, lustvolle Verve entwickelt. Das Finale war wirklich „Presto“. Furios fliegend inszenierte Thomas Fey einen Wirbelwind in rauschhaft virtuosem Sog. So lustvoll gespielt möchte man Mozart am liebsten immer hören. 

 

Schwelgen in Mozarts Klangparadies

Uwe Rauschelbach, Mannheimer Morgen/ Schwetzinger Zeitung 29.1.2013

Thomas Fey schüttelt das irgendwie aus dem Handgelenk. Wie er das Mannheimer Mozartorchester leitet, das hat etwas Legeres, fast Beiläufiges. Die sparsame, etwas eckige Zeichensprache verrät vor allem eines: Dirigent und Orchester verstehen sich auch ohne große Gesten. Schon die drei Märsche zu Beginn des Geburtstagskonzerts zu Ehren des Komponisten leben von der markanten Artikulation, dem federnden Rhythmus und von tänzerischer Grazie, mit denen die Mannheimer im Rokokotheater ihrem Mozart huldigen. Das ist von großer Unmittelbarkeit und Direktheit; zugleich beleuchtet der geschliffene Vortrag viele subtile Details - Eleganz, die gleichwohl nicht ohne Tiefe ist.

Das Konzert war der Auftakt eines breiten Veranstaltungsreigens rund die Wunderkindreise, die sich in diesem Jahr zum 250 Male jährt. Seelenverwandte Mozart scheint auch Fazil Says Seelenverwandter zu sein. Der türkische Pianist dirigiert das Orchester selbst vom Schemel aus. Seine ausgeprägte Körpersprache, das beständige Raunen, das Nachformen der Klänge in der Luft mit der Hand zeigen ihn in enger Verbindung mit dem Gestus dieser Musik. Das ist nicht ohne Witz. Und vor allem gänzlich unasketisch: den trockenen Raum des Theaters füllt Say mit harmoniegetränkter Kantabilität. Das Klavierkonzert A-Dur (KV 414) wird zum dionysischen Schwelgen in üppigen Klangparadiesen.

Die Mannheimer Orchestermusiker spielen hellwach - und mit einem belustigten Lächeln auf den Lippen - mit. Zugleich zeigt sich - besonders eindrucksvoll im zweiten Satz -, wie synchron der Pianist bei aller kontemplativen Versenkung, zu der er in der Lage ist, mit den Sinfonikern verbunden bleibt. Solist und Orchester musizieren auf Augenhöhe. Mit Mozarts Variationen "Ah, vous dirai-je Maman" beweist der Pianist noch einmal technische Klasse - und mit einer bewussten Überbetonung rhetorischer Details Verständnis für die humoristische Seite des Mozart'schen Repertoires. Das wirkt nie lächerlich, hat aber entwaffnenden jugendlichen Charme.

Der lässt sich auch in der frühen D-Dur-Sinfonie (KV 95) erahnen, die Thomas Fey und seine Mozartianer ohne routinierte Bräsigkeit, stattdessen mit sportiven Tempi und elektrisierender Vitalität spielen. Besonders der Finalsatz berauscht mit Verve und Prägnanz. Auch die "Prager" Sinfonie (KV 504) verströmt, bei aller Dramatik und Komplexität, lebensbejahende D-Dur-Diesseitigkeit. Fagotte, Flöten, Oboen, Trompeten und Hörner bekommen immer wieder ausgiebig Raum und setzen, auf knappe Anweisungen des Dirigenten hin, markante Akzente. Thomas Fey und das Mozartorchester spielen Wiener Klassik für ein Publikum des 21. Jahrhunderts. Nicht erst am Ende dieses Konzerts wissen wir: So und nicht anders wollen wir Mozart hören.